Deutsche sparen mehr Energie

Deutschlands Haushalte haben in den letzten Jahren mehr Energie gespart. Seit 2003 hat sich der Heizenergiebedarf von Mehrfamilienhäusern bundesweit um etwa 18 Prozent verringert. Das geht aus dem heute veröffentlichten Wärmemonitor 2015 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Sechs Prozent weniger Energie waren 2015 im Vergleich zum Vorjahr nötig, um Wohnungen zu heizen. Das ergab eine Auswertung der Daten des Energiedienstleisters Ista Deutschland GmbH.

BildGroße Immobilienunternehmen nehmen die Wärmedämmung von Gebäuden nach und nach in Angriff. Nun müssen kleine Firmen und private Hausbauer nachziehen. (Foto: Engoman23/Wikimedia Commons)

Gleichzeitig ist das Heizen günstiger geworden. Im Vergleich zu 2014 zahlten die privaten Haushalte im vergangenen Jahr durchschnittlich 14 Prozent weniger. Insgesamt sind die Energiepreise 2015 durchschnittlich um weitere sechs Prozent gesunken. Die sinkenden Heizkosten sind allerdings aus klimapolitischer Sicht ein Problem. Denn so sinken auch die Anreize für Eigentümer, energetische Sanierungen durchzuführen – also die Häuser zu dämmen oder energiesparendere Fenster einzusetzen. Der aktuelle Klimaschutzplan-Entwurf der Bundesregierung sieht eine Energieeinsparung bis 2050 von mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 vor. Allerdings wurden die dazu vorgeschlagenen Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft und Verkehr inzwischen stark abgeschwächt oder gestrichen.

"Um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen im Bereich der Raumwärme mittel- und langfristig große Energieeinsparungen erzielt werden", sagte Ista-Geschäftsführer Thomas Zinnöcker. Dazu müssen laut DIW mittlere und kleinere Immobilienunternehmen bei den Sanierungen unterstützt werden. Vorstellbar sei auch der Zusammenschluss von Projekten zur Gebäudesanierung aus der Wohnungswirtschaft und dem privaten Sektor, um ganze Quartiere zu modernisieren.

klimaretter.info/jm

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