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Stuttgart bekommt Feinstaub-Alarm

Infotafeln und Zeitungen sollen die Einwohner der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart vom nächsten Monat an informieren, wenn die Feinstaubbelastung die Grenzwerte übersteigt. Das teilte das Verkehrsministerium mit. "Mit dem Feinstaub-Alarm, der die Stuttgarter, aber auch die Pendler aus der Region betrifft, appellieren wir nicht nur an die Freiwilligkeit, sondern auch an die Verantwortung der Bevölkerung", sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Die Einwohner der Stadt sollen bei Feinstaub-Alarm freiwillig auf das Auto und das Heizen mit Kaminen verzichten.

BildSelbst wenn der Schadstoff-Alarm ausgelöst wird, sollen keine Fahrverbote erlassen werden. (Foto: Ruben de Rijcke/Wikimedia Commons)

Der Alarm soll ausgelöst werden, wenn die zuständige Wetterbehörde an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen einen stark eingeschränkten Luftaustausch erwartet. Das ist der Fall, wenn sich warme Luftschichten in der Höhe über die kalte Luft im Talkessel legen. Dann drohen besonders hohe Konzentrationen an Feinstaub und Stickoxiden. Aufgrund der Kessellage Stuttgarts ist der Luftaustausch ohnehin erschwert.

Der Deutschen Umwelthilfe reicht ein unverbindlicher Feinstaub-Alarm nicht aus. Ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge sei erforderlich, sagte der Chef der Umweltorganisation, Jürgen Resch. Nach den Vorstellungen des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) soll eine blaue Umweltplakette entwickelt werden. Nur Autos mit der Plakette sollen dann noch in der Innenstadt fahren dürfen. Doch bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) stößt die Plakette auf wenig Gegenliebe.

Dabei haben Verkehrspolitiker allen Grund zu schnellem Handeln. Die Stuttgarter Maßnahmen sollen eine Klage der EU-Kommission gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof abwenden, weil die Feinstaub-Konzentration in der Landeshauptstadt seit Jahren viel zu hoch ist: In diesem Jahr hatte die Feinstaubbelastung den Grenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft schon bis zum 10. November an 52 Tagen überschritten.

klimaretter.info/as

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