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Alarmstufe Orange

Die chinesische 20-Millionen Metropole Peking versinkt seit Tagen in grauem, gesundheitsschädlichem Nebel. Am Wochenende stiegen die Smogwerte auf Rekordhöhen, die selbst für die Hauptstadt ungewöhnlich und alarmierend sind. Der Feinstaub-Index der US-Botschaft lag stellenweise bei über 700 Mikrogramm pro Kubikmeter, an anderen Stellen wurden fast 1.000 Mikrogramm erreicht. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht bei Werten über 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft eine Gesundheitsgefährdung. In den Krankenhäusern der chinesischen Hauptstadt kam es zu einem drastischen Anstieg der Atemwegserkrankungen, viele Bewohner klagen über Hals- und Kopfschmerzen und greifen auf Atemmasken zu ihrem Schutz zurück.


Die Kehrseite der einseitigen wirtschaftlichen Entwicklung: Peking versinkt mal wieder im Smog. (Foto: D. Buemi/Wikimedia Commons)

Die Behörden wiesen an, Flaggenzeremonien und Sportunterricht nach innen zu verlegen. Zudem verordneten sie eine Drosselung der Produktion in mehr als 50 Fabriken, um die Emissionen zu verringern. Baustellen werden mit Wasser besprüht, um Staubaufwirbelungen einzudämmen. Inspektoren sollen diese Maßnahmen kontrollieren. Ein Fahrverbot für Autos hat die Stadt noch nicht verhängt, doch sollen Behörden, Verwaltung und Partei ein Drittel der Dienstfahrzeuge stehen lassen.

Diese Maßnahmen lösen jedoch das Grundproblem nicht. Die Stromversorgung erfolgt in Peking überwiegend aus Kohlekraftwerken. Zudem verbrennen viele der in Peking ansässigen Firmen selbst Kohle in ihren Betrieben. Verantwortlich für die extremen Smog-Werte ist nach Ansicht von Wissenschaftlern die ungewöhnliche Windstille. Am Dienstag oder Mittwoch soll sich die Lage durch aufkommenden Wind verbessern. 

Peking ist durchaus nicht die einzige Stadt, die unter extremer Luftbelastung leidet. In weiten Landesteilen im Osten und Norden herrschen ähnliche Zustände. In der Industriestadt Shijiazhuang südwestlich von Peking wurden pro Kubikmeter Luft sogar mehr als 1.000 Milligramm Feinstaub gemessen. Anfang Dezember hatte auch Teheran einen Smog-Alarm ausgerufen.

klimaretter.info/vana

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