Klimaprotest in Bonn

Der Bonner Klimagipfel ist ein einmaliges Zusammentreffen: Das vom Untergang bedrohte Fidschi leitet die UN-Konferenz im Kohleland Nordrhein-Westfalen. Gastgeberstaat ist der Auto- und Fleischexportweltmeister Deutschland, der seine Emissionen nicht in den Griff bekommt. In und um Bonn wird protestiert.

Vom 6. bis 17. November findet die 23. Weltklimakonferenz (COP 23) unter dem Vorsitz von Fidschi statt – aus Platzgründen in Bonn. Bis zu 20.000 Konferenzteilnehmer werden erwartet. Zivilgesellschaft und Klimaaktivisten rufen dazu auf, vor und während der zwei Konferenzwochen in Bonn und im nahen Kohlerevier präsent sein, um der Forderung nach einer wirksamen und gerechten Klimapolitik auf vielfältige Weise Ausdruck zu geben.

BildKohle als Gift für Klima und Menschen: Kreative Kohlestopp-Demonstrationen haben bei Klimagipfeln Tradition. (Foto: Cough4Coal)

"Wir werden demonstrieren, um vor falschen Hoffnungen zu warnen und um einen grundlegenden Systemwandel einzufordern", sagt Tamara Pohl von der Umweltorganisation Robin Wood. "Selbst reiche Industrieländer wie Deutschland, die besonders in der Verantwortung stehen, erfüllen nicht einmal ihre selbst gesteckten, wenig ehrgeizigen Klimaziele."

Dass die Klimapolitik die Beine in die Hand nehmen muss, zeigt Fidschi selbst, das schon heute unter den Folgen des Klimawandels leidet. Der pazifische Inselstaat besteht aus 332 Atollen, die meist nur knapp über dem Meeresspiegel liegen und wegen der Erderwärmung vom Untergang bedroht sind. 

Großdemo und Gegengipfel

Eine globale Klimakrise ist nach allem, was bekannt ist, nur abzuwenden, indem klimaschädliche Emissionen überall drastisch reduziert werden. Dazu gehört besonders der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Wissenschaftler, Umweltschützer und Klimaaktivisten sind sich einig: Deutschland als weltgrößter Braunkohleförderer und "Auto-Republik" muss sich viel schneller von den fossilen Energien verabschieden. Viele fordern, statt Flugreisen und bekannt ist nur noch Gemeinwohl und Umweltverträglichkeit wachsen zu lassen.

Gründe gibt es also genug, Gelegenheiten auch: Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen sind in Bonn außerhalb des Konferenzgeländes geplant – von der Großdemonstration am 4. November über die Ende-Gelände-Aktionen und den Alternativgipfel in den Tagen drum herum bis zur konzernkritischen Demo am 11. und der Kulturnacht am 17. November.

BildVon nichts kommt nichts: Wer sich nicht von ein paar Konzernen vorschreiben lassen will, in einer aufgeheizten Welt zu leben, sollte nicht zu Hause sitzen bleiben. (Foto: Susanne Schwarz)

"Alle engagierten und interessierten Menschen sind eingeladen, sich zu beteiligen", schreiben die Organisatoren. "Meldet euch als Freiwillige, unterstützt bei der Mobilisierung nach Bonn oder seid einfach nur dabei." Selbstverständlich kann auch gespendet werden, in Bonn kommt es aber besonders auf das Dabeisein an.

Die Website www.climate-protest-bonn.org fasst alle Termine und Beteiligungsmöglichkeiten zusammen

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