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Blockade-Aktion an Vattenfall-Tagebau

Den Versuch einer Blockade des Vattenfall-Tagebaus Nochten in Nordostsachsen haben am Wochenende Kohlegegner unter dem Titel "Lautonomia" unternommen. Direkt an der Rodungsgrenze des Großtagebaus bezogen die Aktivisten mehrere Plattformen in den Bäumen, in etwa acht Metern Höhe. Ziel der Aktion sei es, teilten die Initiatoren mit, den Fortgang des Tagebaus zu blockieren und ein langfristiges Widerstandsprojekt in der Lausitz zu schaffen.

BildIn mehreren Metern Höhe haben sich die Aktivisten in den Bäumen nahe dem Tagebau Nochten "eingerichtet". (Foto: Lautonomia)

Der bestehende Tagebau Nochten soll durch die Abbaufläche Nochten II vergrößert werden. Durch die Erweiterung und den bevorstehenden Verkauf der Braunkohlesparte durch den schwedischen Staatskonzern Vattenfall stehe die Lausitz im diesem Jahr besonders im Fokus der Öffentlichkeit, erklären die Initiatoren ihre Motive. Der Widerstand soll sich auch gegen den dortigen Truppenübungsplatz Oberlausitz und gegen die Massentierhaltung in der Region richten. Mit der Aktion wolle man einen "offenen Raum für widerständige Aktionen in der Lausitz schaffen", sagte Leonie Gruber von "Lautonomia". Ein Grund, warum der Tagebau Nochten ausgewählt wurde, ist dabei, dass der tagebaunahe Wald noch öffentlich zugänglich ist. 

Aktivitäten im Lausitzer Revier hat für die kommenden Monate auch das Aktionsbündnis Ende Gelände angekündigt. Hinzu kommt die Arbeit der seit Jahren vor Ort aktiven Gruppen. Man habe, so Gruber gegenüber klimaretter.info, auch Kontakt zur örtlichen Initiative "Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II" aufgenommen. Auch nach deren Auffassung ist der Neuaufschluss des Tagebaus nicht mehr notwendig. Die schon genehmigten Tagebaue in der Lausitzer Region lieferten für die dortigen Kraftwerke noch Energie bis zum Jahre 2040 und darüber hinaus. Für Nochten II sollen die Dörfer Rohne, Mulkwitz, Schleife-Süd, Mühlrose, Klein-Trebendorf und Trebendorf-Hinterberg mit insgesamt 1.700 Menschen umgesiedelt werden. Damit würde auch ein großes Stück sorbischer Kultur unwiederbringlich verloren gehen.

klimaretter.info/jst

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