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Neu-Delhi plant Fahrverbot

Wegen starker Feinstaubbelastung hat die indische Hauptstadt Neu-Delhi für die zweite Aprilhälfte Fahrverbote beschlossen. Dann dürfen immer im Wechsel nur Autos mit geraden oder ungeraden Kennzeichennummern fahren, verkündete am Donnerstag der Regierungschef des Hauptstadtterritoriums Arvind Kejriwal. Delhi gehört zu den Städten mit der weltweit stärksten Luftverschmutzung.

BildSmogwolke über Neu-Delhi: Nicht einmal in Peking ist die Luft so ungesund wie in der indischen Hauptstadt. (Foto: Onewhohelps/Wikimedia Commons)

Bereits im Januar hatte die indische Hauptstadt eine Testphase mit Fahrverbot durchgeführt. Das Ergebnis: weniger Smog und offenbar glücklichere Bewohner. Zumindest legt das eine Befragung nahe, mit der die Stadt die Meinung ihrer Bewohner zu einer Wiederholung einholte. 81 Prozent der Teilnehmer hätten sich ein nochmaliges Fahrverbot gewünscht, so Kejriwal.

In vielen Großstädten der Welt führt der Autoverkehr zu einer illegal hohen Luftverschmutzung, auch in Deutschland. Stuttgart hatte kürzlich die Fahrer dazu aufgefordert, ihr Auto zeitweise freiwillig stehen zu lassen – ohne Erfolg. Die Deutsche Umwelthilfe denkt darüber nach, dort nun ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge einzuklagen. Ganz direkt könnten die Abgase die deutschen Städte teuer zu stehen kommen: Wer dauerhaft über den europäischen Grenzen für Luftschadstoffe bleibt, was bei Weitem nicht nur Stuttgart betrifft, dem drohen schwere Bußgelder.

Luftschadstoffe sind eine Gefahr für die Gesundheit und können außerdem dem Klima schaden. Abgesehen davon, dass Autos und Kraftwerke auch Treibhausgase emittieren, beeinflussen etwa bodennahes Ozon und die im Feinstaub enthaltenen Rußpartikel das Klima auch direkt. Eine Studie der American Geophysical Union hat ergeben, dass Rußpartikel zum Beispiel die Wärmestrahlung der Sonne absorbieren oder auf Schnee und Eis fallen und diese zum Schmelzen bringen. Auch indem sie die Wolkenbildung verändern, tragen Schadstoffemissionen teilweise zur Erderwärmung bei. Bodennahes Ozon vermindert zudem das Pflanzenwachstum und damit die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

klimaretter.info/scz

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