Korallensterben schlimmer als gedacht

Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef hat noch schlimmere Folgen als zunächst angenommen. Wie die Verwaltung des Meeresparks um das Great Barrier Reef in dieser Woche mitteilte, ist durch die Bleiche im vergangenen Jahr fast ein Drittel der Flachwasser-Korallen des Riffs gestorben. Im Frühjahr 2016 hatte die Behörde noch mit 22 Prozent gerechnet.

BildSo schön bunt ist das Great-Barrier-Riff fast nur noch im Süden, wo sich die Korallen von der Super-Bleiche erholen konnten. (Foto: Toby Hudson/​Wikimedia Commons)

Besonders betroffen ist der nördliche Teil des Riffs, wo laut der Behörde 70 Prozent der Flachwasser-Korallen gestorben sind. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen hat die Schutzgebietsverwaltung mithilfe von Luftaufnahmen und Tauchereinsätzen die Korallenbleiche intensiv untersucht.

Korallen reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen der Meerestemperatur. Wenn diese ansteigt, bleichen die Nesseltiere aus, weil sie die Algen abstoßen, mit denen sie in Symbiose leben. Wenn die Wassertemperatur wieder sinkt, können sie sich erholen. Im vergangenen Jahr waren Korallenriffe auf der ganzen Welt von der bisher größten Korallenbleiche betroffen. Die Ursachen sind der Klimawandel, der für wärmere Meere sorgt, und das Wetterphänomen El Niño.

"Die Ursache der Bleiche sind die Rekordtemperaturen durch die globale Erwärmung", hatte der Meeresbiologe Terry Hughes vom Zentrum für Korallenriffstudien im April dieses Jahres gewarnt. "In diesem Jahr haben wir erneut Massenbleichen, selbst ohne El-Niño-Bedingungen." Auch die Meerespark-Behörde ist nicht optimistisch: Die Bleiche gehe weiter, außerdem habe der tropische Zyklon "Debbie" Ende März dieses Jahres die Korallen geschädigt.

klimaretter.info/fme

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