Biolandbau schont Klima

Biologisch bewirtschaftete Flächen emittieren weniger Distickstoffmonoxid als konventionell genutzte. Das geht aus einer Analyse von 19 Studien hervor, die das schweizerische Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) vorgenommen hat. Auf knapp eine halbe Tonne CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr bemisst sich demnach die Emissions-Differenz zwischen Bioflächen und denen konventioneller Landwirtschaft. Außerdem nehmen die Flächen des Biolandbaus etwas mehr Methan auf. Distickstoffmonoxid, umgangssprachlich Lachgas genannt, und Methan sind hoch wirksame Treibhausgase.

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Ein FiBL-Forscher nimmt eine Gasprobe im schweizerischen Therwil bei Basel. (Foto: Mercator-Stiftung)

Lachgas wird von Mikroorganismen im Boden produziert. Je größer der Einsatz von Düngemitteln, desto höher die Lachgas-Emissionen. Die größte Quelle des Ausstoßes ist daher die Landwirtschaft. Dem kürzlich veröffentlichten Weltklimabericht zufolge ist der Ausstoß an Lachgas seit 1750 um 20 Prozent gestiegen.

"Dass biologisch bewirtschaftete Böden weniger Lachgas emittieren, führen wir in erster Linie auf die besondere Bodenqualität zurück", sagte Studienleiter Andreas Gattinger vom FiBL. Auf konventionellen Flächen scheine hingegen vor allem das Ausmaß der Stickstoffdüngung ausschlaggebend zu sein. In der Analyse wurden jedoch nur die direkten Emissionen der Agrarflächen erfasst und nicht solche, die beispielsweise bei der Düngerherstellung entstehen.

Bezogen auf den Ertrag liegen die Lachgas-Emissionen beim Biolandbau der Studie zufolge allerdings höher als bei der konventionellen Nutzung. Die Bioflächen bringen nämlich rund 26 Prozent weniger Ertrag. Das Ertragsniveau müsste um etwa neun Prozent gesteigert werden, um das Mehr an Emissionen auszugleichen.

Die Ergebnisse könnten insgesamt als positiver Beitrag zur Weiterentwicklung des Biolandbaus gewertet werden, sagte Gattinger. Ziel sei es, die landwirtschaftliche Bewirtschaftung unterschiedlicher Böden, Regionen und Anbausysteme emissionsärmer zu machen. Allerdings sei weitere Forschung im internationalen Kontext erforderlich, vor allem mangele es an Erkenntnissen über die südliche Hemisphäre.

klimaretter.info/woh

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