Russland bietet deutschen Verbrauchern Atomstrom
Boris Kowaltschuk, Chef des russischen Konzerns Inter Rao, will den deutschen Verbrauchern ab 2016 Atomstrom verfkaufen. "Deutschland ist durch die Energiewende ein sehr interessanter Markt für uns. Wir können helfen, die Lücke, die Deutschland durch den Atomausstieg in der Stromproduktion bekommen wird, zu schließen", sagte er dem Handelsblatt. Kowaltschuk sei sich zwar der Vorbehalte der Privatkunden hierzulande gegen den Atomstrom bewusst, jedoch erlaubt die Tatsache, dass Deutschland bereits Atomstrom aus Tschechien und Frankreich beziehe, ebenso ein Angebot von russischer Seite.Billiger sei sein Angebot sowieso.
Atomkraftwerk Isar II. Die Stilllegung im Rahmen des Atomausstiegs könnte jedoch den Import von Atomstrom zur Folge haben. (Foto: Paul Langrock)
Allerdings ist Kowaltschuks Atomstrom-Import-Behauptung falsch. Zwar kommt tatsächlich Atomstrom aus Tschechien und Frankreich nach Deutschland. Die Import- und Export-Bilanzen der Bundesrepublik werden aber durch Transitmechanismen aber beinflusst - Deutschland ist Stromexporteur. Das Statistische Bundesamt hatte im September festgestellt: Im ersten Halbjahr 2011 wurden 23,9 Terawattstunden über die europäischen Stromnetze nach Deutschland eingeführt, zur selben Zeit aber 27,9 Terawattstunden exportiert. Die größten Strommengen wurden demnach aus den beiden Nachbarländern Frankreich (10,4 Terawattstunden) und der Tschechischen Republik (5,6 Terawattstunden) eingespeist. Die beiden wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland waren die Alpennachbarn Österreich (7,8 Terawattstunden) und Schweiz (7,6 Terawattstunden).
Das im ehemaligen nordostpreußischen Königsberg geplante Atomkraftwerk wurde erst 2008 durch den russischen Premier Wladimir Putin genehmigt und befindet sich derzeit noch in der Konstruktion. Die Entfernung von mehr als 400 Kilometern zum Standort des Atomkraftwerks schränke dabei die Wirtschaftlichkeit des Export-Projekts nicht ein, so Kowaltschuk. Grund dafür seien die hohen Strompreise in Deutschland.
Die deutschen Energiekonzerne RWE und Eon wollen sich laut Handelsblatt nicht zu dem Angebot äußern. Es heißt jedoch weiter, dass bereits zwischen den deutschen Unternehmen und Inter Rao kommuniziert wurde.
klimaretter.info/tony
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