Lünen schwimmt im Passivhaus
Das deutschlandweit erste Hallenbad im Passivhausstandard wird vom Bundesumweltministerium (BMU) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 1,5 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm gefördert. Das Schwimmbad im nordrhein-westfälischen Lünen soll seinen Energiebedarf überwiegend aus erneuerbaren Energien decken und so bis zu 60 Prozent weniger Energie verbrauchen - und knapp 50 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen verursachen als ein vergleichbarer Neubau.

So soll es aussehen, das Hallenbad im Passivhaus-Standard. (Grafik: BMU)
"Schwimmbäder sind meist von Kommunen betriebene und für die Bevölkerung wichtige Angebote", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser. Da der Betrieb aber sehr energieaufwändig und damit teuer sei, soll mit diesem Projekt gezeigt werden, wie Umweltschutz und Kosteneinsparungen kombiniert werden können.
Außen soll die Fassade nach Passivhausstandard errichtet werden, im Inneren des Bades soll optimierte Technik zu Einsatz kommen. Wärmepumpen nutzen etwa die Restwärme der Abluft, effiziente Umwälzpumpen arbeiten energiesparend, und viele Prozesse wie die Wasseraufbereitung werden an die Besucherzahlen angepasst. Die notwendige Wärme wird Angaben zufolge in einem modernen Blockheizkraftwerk aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt, während eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle Strom liefern soll. Nach Angaben der Planer könnten damit bei den Energiekosten jährlich insgesamt knapp 200.000 Euro im Vergleich zu einem Altbau eingespart werden.
Da in Deutschland etwa 3.500 Hallenbäder betrieben werden, schlummere hier ein enormes Energie-Einsparpotenzial, sagte Wulf Grimm, von der DBU. Daher erhoffen sich die Beteiligten einen hohen Nachahmungseffekt für das bis 2012 fertiggestellte Hallenbad.
klimaretter.info/sima
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