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Strom wird billiger und teurer

Zum Jahreswechsel warnen Preisvergleichs-Portale vor steigenden Stromkosten. Laut dem jetzt veröffentlichten "Verbraucherpreisindex Strom" des Portals Verivox wird eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Januar 2018 durchschnittlich 27 Euro mehr als im Januar 2017 zahlen. Die Gesamtkosten stiegen damit im Schnitt um rund zwei Prozent von 1.111 Euro auf 1.138 Euro.

BildKostentreibende Stromfresser sind mit entsprechenden Messgeräten im Haushalt leicht zu finden. Der meiste Strom geht häufig zum Erwärmen und Kühlen drauf. (Foto: Sandor Zatonyi/​Wikimedia Commons)

Das Portal Check 24 bezifferte kürzlich den Anstieg des Strompreises für Endverbraucher im Zeitraum von Januar bis Dezember dieses Jahres sogar auf rund drei Prozent. Eine Strommenge von 5.000 Kilowattstunden kostet demnach Ende 2017 im Schnitt 1.426 Euro, zum Jahresanfang seien es 39 Euro weniger gewesen.

Beim Stromverbrauch der Haushalte operieren die Vergleichsportale wie gewohnt mit relativ hohen Angaben. So lag der Durchschnittsverbrauch eines bundesdeutschen Haushalts 2015 laut Statistischem Bundesamt bei rund 3.250 Kilowattstunden. Die tatsächlichen Mehrkosten sind für die Mehrzahl der Haushalte deshalb geringer.

Verivox weist in dem Zusammenhang selbst darauf hin, dass für den kommenden Januar und Februar bislang 140 Grundversorger Preisanpassungen angekündigt haben – 74 von ihnen erhöhten die Preise zwar um durchschnittlich 2,8 Prozent, 66 senkten sie aber um 2,4 Prozent. Laut Check 24 haben für den Jahresbeginn 75 Versorger Preiserhöhungen von im Schnitt drei Prozent angekündigt, zugleich nehmen 86 Anbieter die Preise um rund drei Prozent zurück.

Angesichts dessen kritisieren die Vergleichsportale vor allem, dass die Stromunternehmen sinkende Kosten wie bei der EEG-Umlage und den Großhandelspreisen nicht flächendeckend an die Haushalte weitergeben. Zum Jahreswechsel sieht Verivox-Energieexperte Mathias Köster-Niechziol bei allen Kostenblöcken – Netzgebühren, Beschaffungspreise, Steuern und Abgaben – Entlastungen für die Anbieter. Dennoch änderten die meisten Grundversorger nichts.

Wer mit einem Anbieterwechsel Geld sparen möchte, kann das zumeist auch erreichen, wenn der Grundversorger durch einen Ökostromanbieter ersetzt wird. Darauf hatten Check 24 und Verivox schon im vergangenen Jahr hingewiesen – und zugleich vor Pseudo-Angeboten ohne strenges Ökolabel gewarnt. Umweltverbände wie Robin Wood gehen noch einen Schritt weiter und raten Wechselwilligen, auch auf die Eigentümerstruktur des Anbieters zu achten, um wirklich die Energiewende voranzubringen.

klimaretter.info/jst

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