Tschüss, fossile Heizungen!

Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine neue "Förderstrategie für Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien" vorgelegt. Heizkessel, die ausschließlich mit fossilen Energieträgern betrieben werden, sollen ab 2019 keine Zuschüsse oder verbilligten Kredite mehr erhalten, wie es jetzt noch der Fall ist. Hybridsysteme, die fossile und erneuerbare Quellen kombinieren, werden aber weiterhin gefördert. Dies unterstütze den Übergang zu mehr Erneuerbaren im Wärmemarkt, heißt es im Ministerium.

BildHeizen mit fossilen Brennstoffen – hier: Gas – sollte bald der Vergangenheit angehören, vor allem aber nicht auch noch gefördert werden. Sonst wird das nichts mit Wärmewende. (Foto: Nolf/​Wikimedia Commons)

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) nannte die Entscheidung "überfällig", kritisiert aber, dass an der Förderung von Hybridheizungen festgehalten werden soll. "Bei zunehmender Erderhitzung den noch klimafeindlichen, fossilen Teil der Hybridheizungen weiter mit Steuermitteln zu alimentieren, ist kontraproduktiv und führt nur dazu, dass die dringend erforderliche Energiewende im Wärmesektor verschleppt wird", sagte BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff. "Der Subventionierung des fossilen Zeitalters im Heizungskeller gehört so schnell wie möglich ein Ende gesetzt."

Der Bau von Ölheizungen war noch 2015 von der Förderbank KfW mit 52 Millionen Euro subventioniert worden. Das hatte die Bundesregierung letztes Jahr auf eine Kleine Anfrage der energiepolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag, Eva Bulling-Schröter, mitgeteilt. Insgesamt 14.100 Öl-Brennwertkessel waren gefördert worden. Der Absatz von Ölheizungen war 2015 um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, der von erneuerbar betriebenen Heizungen hingegen gesunken.

Obwohl es auch für erneuerbare Heizanlagen Fördermittel gibt, kommt die Wärmewende in Deutschland bislang kaum voran. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung lag 2015 bei 13 Prozent, neuere Zahlen gibt es noch nicht. Der Großteil der "Ökowärme", rund drei Viertel, entfällt nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien auf feste Biomasse wie Holz, Holzhackschnitzel oder Holzpellets. Nur fünf Prozent der Wärme werden per Solarthermie erzeugt. Auf die Erdwärme entfallen 6,5 Prozent.

klimaretter.info/vk

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