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Digitale Stromzähler im Irrtum

Die in vielen privaten Haushalten bereits eingesetzten digitalen Stromzähler sind in den Verdacht geraten, viel zu hohe Stromverbräuche anzuzeigen. Entsprechende Medienberichte gehen auf eine Studie der niederländischen Universität Twente zurück. Wie die Universität mitteilte, machte die Mehrzahl der neun getesteten Geräte, die allesamt auch in der Bundesrepublik vertrieben werden, fehlerhafte Angaben. In einigen Fällen sei fast das Sechsfache des wirklichen Stromverbrauchs gemessen worden.

BildDie Bundesnetzagentur will die Studie prüfen. (Foto: Alexander Stein/​Pixabay

Als Grund dafür nennen die Wissenschaftler um Frank Leferink die steigende Zahl von Stromspargeräten in den Haushalten. Diese entnähmen den Strom nicht wie bislang üblich in einer Wellenbewegung, sondern in "abrupteren" Mustern, das viele der verwendeten Stromzähler bisher nicht ausreichend berücksichtigen könnten. So kämen die fehlerhaften Werte zustande. "Die Stromzähler, die wir untersuchten, genügten allen gesetzlichen Vorschriften und waren zertifiziert", betonte Leferink. "Die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigen zeitgemäße Verbrauchsgeräte offenbar zu wenig."

In den Niederlanden sollen Verbraucherschützer wie auch Netzbetreiber inzwischen fordern, dass die Geräte flächendeckend überprüft werden. Nach Medienmeldungen unter Berufung auf das Magazin Der Spiegel will die in Deutschland zuständige Bundesnetzagentur die Studie erst einmal prüfen.

Hierzulande müssen sich laut dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende etwa 1,3 Millionen private Haushalte beginnend ab Januar dieses Jahres mit einem sogenannten intelligenten Stromzähler ("Smart Meter") ausrüsten. Diese Pflicht betrifft zunächst alle Haushalte, die mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen. Das sind etwa drei Prozent der privaten Strombezieher. Die Kunden sollen mithilfe der Geräte zum Beispiel Informationen über den tatsächlichen Energieverbrauch und über die Nutzungszeit erhalten.

klimaretter.info/jst

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