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Wärmewende braucht Wärmepumpen

Bis 2030 braucht Deutschland fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen mehr, als nach derzeitigem Stand vorgesehen sind, um seine langfristigen Klimaziele auch im Wärmesektor zu erreichen. Auch der Ausbau der Erneuerbaren muss schneller laufen als in der EEG-Novelle 2017 (dem umbenannten EEG 2016) vorgesehen, damit die Wärmepumpen mit Ökostrom betrieben werden können und Öl als Brennstoff überflüssig wird. Das geht aus der Studie "Wärmewende 2030" hervor, die die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende am heutigen Mittwoch der Öffentlichkeit vorstellen will.

BildDie Heizung runterdrehen sollte nicht die einzige Möglichkeit sein, sich umweltbewusst zu verhalten. (Foto: Petra B. Fritz/​Flickr)

Das Szenario, das die Studie entwirft, setzt auf einen "Öl-Ausstieg". Für Heizöl sei in einem klimaschonenden und kosteneffizienten Wärmesystem kaum noch Platz, schreiben die Autoren. Der Anteil von Erdgas beim Heizen bleibe in etwa so hoch wie heute – nämlich bei rund 40 Prozent. Dazu kämen noch 25 Prozent Heizenergie von Wärmepumpen und 20 Prozent von Wärmenetzen. Für deren Betrieb brauche man 2030 einen Grünstrom-Anteil von mindestens 60 Prozent. Die Bundesregierung will diese Zielmarke nach bisheriger Planung erst 2035 erreichen.

Bislang ist im Wärmesektor von einer Energiewende wenig zu sehen. Mit den bisherigen Maßnahmen kann Deutschland seinen Treibhausgasausstoß in diesem Bereich auf keinen Fall wie geplant bis 2050 um 80 Prozent reduzieren, hatte erst im letzten Jahr eine Studie ergeben. Während die Erneuerbaren mittlerweile ein Drittel des deutschen Stromes liefern, sieht es im Wärmesektor mit bislang nur zehn bis zwölf Prozent Ökoanteil eher dürftig aus. Auch bei der energetischen Gebäudesanierung hinkt Deutschland seinen Zielen hinterher.

Laut Studie muss die Sanierungsrate von derzeit bloß einem Prozent auf zwei Prozent steigen. Der Gebäudewärmeverbrauch müsste 2030 um ein Viertel geringer sein als 2015. Die 96 Seiten starke Studie haben die Fraunhofer-Institute für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) sowie für Bauphysik (IBP) mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), des Öko-Instituts und der Prognos AG für die Denkfabrik erarbeitet.

klimaretter.info/vk

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