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Die energetische Sanierungsrate sinkt

Statt beschleunigt zu werden, wird die Energiesanierung von Gebäuden in Deutschland immer langsamer: 2014 wurden nur noch 34,8 Milliarden Euro für das Dämmen und energetische Sanieren ausgegeben. Nach Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurden 2010 noch rund 40,9 Milliarden Euro in die Gebäudesanierung oder den Austausch von Heizkesseln gesteckt. Damit wurden etwa 15 Prozent weniger in den Klimaschutz im Gebäudeberich investiert. Der Gebäudesektor ist in Deutschland für 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, entsprechend notwendig wären hier mehr Investitionen.

BildKlimaverpflichtungen hin oder her: In Wärmedämmung wird in der Bundesrepublik immer weniger Investitiert. (Foto: Eva Mahnke)

"Aktuell haben wir eine Sanierungsrate von einem Prozent des jährlichen Gebäudebestandes", sagte der damalige Geschäftsführer der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (Dena) Stephan Kohler vor fast genau zwei Jahren. Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, sei aber eine Rate von zwei Prozent notwendig, erklärte zur selben Zeit die Bundesumwelt- und ‑bauministerin Barbara Hendricks (SPD). In ihrem Klimaschutz-Aktionsprogramm hatte die Bundesregierung im Dezember 2014 angekündigt, die energetische Gebäudesanierung durch einen steuerlichen Anreiz anzukurbeln. Die fertig ausgehandelten Vereinbarungen waren dann im Februar 2015 aber von Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) zunichtegemacht worden. Nun illustriert das Bundesinstitut die Folgen.

"94 Prozent aller Modernisierungen betrafen einzelne Maßnahmen wie den Austausch von Fenstern, Türen oder Heizungen", teilte das BBSR mit. Stark rückläufig sind dem Institut zufolge hingegen große Einzelmaßnahmen ab 10.000 Euro: "Dazu zählt insbesondere die Gebäudedämmung. Einen besonders starken Rückgang (minus 33 Prozent) gab es bei der energetischen Komplettmodernisierung. Die Investitionen sanken von 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2014." Grund seien unter anderem die stark gesunkenen Energiepreise. Mittlerweile "rentieren sich Modernisierungsmaßnahmen viel weniger als noch in der Phase mit sehr hohen Energiepreisen", erklärte Studienleiter Stefan Rein.

klimaretter.info/reni

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