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New York passt sich dem Wandel an

Auf kommende Hurrikans will New York besser vorbereitet sein. Acht Monate nach "Sandy" hat Bürgermeister Michael Bloomberg einen Plan vorgelegt, um die über 800 Kilometer lange Küste der größten Stadt der USA vor Sturmfluten zu schützen. In einem gleichzeitig veröffentlichten Bericht heißt es, dass der Meeresspiegel bereits in 40 Jahren 60 Zentimeter höher liegen könnte als heute. Hunderttausende New Yorker würden dann in hochwassergefährdeten Gebieten wohnen. Außerdem seien dann fast alle Elektrizitätswerke akut gefährdet.

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Am 30. Oktober 2012 verursachte "Sandy" schwere Schäden an der US-Ostküste – hier in New Jersey. Zuvor hatte der Hurrikan in der Karibik gewütet, was ein weit geringeres Medienecho fand. (Foto: Mark C. Olsen/USAF)

Der Wirbelsturm Sandy hatte im vergangenen Oktober in der Ostküstenmetropole eine mehr als vier Meter hohe Sturmflut verursacht, die mehrere Stadtviertel überschwemmte. Insgesamt 100 Menschen kamen in New York und den Nachbarstaaten ums Leben. Auf 19 Milliarden Dollar schätzte man den Schaden. Noch etwas mehr, nämlich 20 Milliarden, soll nun im Rahmen des neuen Programms fließen. Geplant sind 250 Maßnahmen, zum Beispiel flexible Flutsperren, Deiche, künstliche Dünen und Strände. Auch Sümpfe und neue Grünflächen sollen angelegt werden, um mehr Regenwasser speichern zu können. Vorschriften zum Schutz von Krankenhäusern oder Kraftwerken werden verschärft.

Bürgermeister Bloomberg hat sich in seiner zwölfjährigen und demnächst endenden Amtszeit vom Republikaner zum Obama-Unterstützer und Klimaschutz-Befürworter gewandelt. Der Milliardär, der auch als kommender US-Präsidentschaftskandidat gehandelt wird, will nun mit dem "PlaNYC" genannten Plan seine Amtszeit krönen und verspricht den Bürgern "ein stärkeres, widerstandsfähigeres", aber auch "grüneres, großartigeres New York".

Doch nicht alle New Yorker sind begeistert. Wie der Deutschlandfunk berichtete, fordern Umweltorganisationen auch strengere Bauvorschriften, eine dezentrale Energieerzeugung und Maßnahmen für den Radverkehr. Andere Kritiker wie die Stadtplanerin Mary Rowe warnen, dass Hochwasserschutz nicht die Sozialpolitik verdrängen dürfe. Über einen Baustopp in der von Hochwasser bedrohten Zone, in der sich viele Sozialwohnungen befinden, müsse diskutiert werden. Rowe erwartet dazu lebhafte Debatten.

klimaretter.info/mb

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