Keine Lust auf neuen Strom
Trotz der Preiserhöhungen: Für das Jahr 2013 plant nur jeder vierte Bundesbürger, seinen Stromanbieter zu wechseln. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Putz, 1.000 Verbraucher wurden im Januar 2013 zu ihrem Wechselverhalten des Stromanbieters befragt. Größter Hinderungsgrund ist der Umfrage zufolge die Furcht vor unseriösen Anbietern. Die Untersuchung wurde das dritte Jahr in Folge durchgeführt.
Der Strompreis und die EEG-Umlage: Mittlerweile liegt letztere bei 5,27 Cent je Kilowattstunde. (Grafik: Büro Göppel)
Jeder Zweite fürchtet sich inzwischen vor unseriösen Anbietern. Das ist annähernd eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren, 2011 waren es noch 27 Prozent. Für 20 Prozent der Befragten ist demnach der Aufwand zu groß, den aktuellen Vertrag zu lösen und zu einem neuen Stromanbieter zu wechseln. Im Vorjahr vertraten diese Meinung nur zwölf Prozent.
Für knapp die Hälfte der Verbraucher – und damit deutlich mehr als 2012 – zählt als Auswahlkriterium allein der Preis. Den Wunsch nach einem Bezug von Ökostrom nennt nur jeder Fünfte als Wechselmotiv. Die emotionale Debatte um den Energiemix zeige Wirkung, sagt Volker Rothenpieler, Sprecher des Putz-Vorstandes: "Der Preis und die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters stehen klar im Vordergrund."
klimaretter.info/red
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DIW-Expertin Claudia Kemfert macht die Bundesregierung für steigende Strompreise verantwortlich
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5,277 Cent. Das ist die eine spannende Zahl. Die andere, mindestens ebenso spannende Zahl ist: 734. Denn aktuell gibt es 734 Unternehmen, die dafür mitverantwortlich sind, dass Otto Normalverbraucher sowie öffentliche Einrichtungen wie Kitas und Schulen die Energiewende teuer bezahlen müssen. Und dank der Pläne der schwarz-gelben Regierung könnte sich diese Zahl im kommenden Jahr auf 2.023 erhöhen – und die EEG-Umlage um 20 Prozent oder 0,35 Cent steigen lassen.
Die Förderung des Ökostroms trifft nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ärmere Haushalte deutlich stärker. Deshalb soll das EEG weg
Die Bundesregierung sieht derzeit keine Notwendigkeit, den irreführenden Begriff "Ökostrom" gesetzlich zu schützen
Die Linksfraktion im Bundestag hat ein Konzept vorgelegt: "Wie die Energiewende sozial wird". Zentrale Forderungen sind die Kürzung der milliardenschweren Industrierabatte und kostenlose Stromgrundkontingente für alle Haushalte. Derjenige, der viel Strom verbraucht, soll endlich auch mehr zahlen müssen, sagt die stellvertretende Parteivorsitzende Caren Lay.
Im Anschluss an seinen runden Tisch zum Thema Energieeffizienz am Dienstag will Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) allen Deutschen eine Energieberatung anbieten und sie so zu mehr "Bewusstsein" für das Thema erziehen. Schon jetzt aber bieten die Verbraucherzentralen ein umfassendes Angebot zur Energieberatung an. Die Beratung kostet nicht viel Geld und ist für einkommensschwache Haushalte auch jetzt schon kostenlos. Nur wahrnehmen müsste die Bevölkerung das Angebot noch besser, findet Juliane Dorn, Leiterin Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen.
Im Rahmen des diesjährigen deutschlandweiten Klima-Aktionstags am kommenden Samstag findet in Berlin auch wieder die Silent Climate Parade statt. Die lautlose Demonstration will radikal anders sein, sagt Mitorganisator Daniel Hires: "Wir glauben, dass man inspirieren muss, Menschen begeistern, Spaß bieten und Neugier wecken."
Auch der Ökostromanbieter aus Düsseldorf knackt die große Kundenmarke. Wechselwille in Deutschland generell noch gering
Mit einem Biobauern aus Borgholzhausen überschreiten die Schönauer "Stromrebellen" die nächste große Zahlenmarke
Entwurf eines "Nationalen Aktionsplan erneuerbare Energien" des Umweltministeriums sieht innerhalb von zehn Jahren Verdopplung des Ökostrom-Anteils. Genug für Festhalten am Atomausstieg
Zwei Einmal-Effekte sorgen dafür, dass die EEG-Umlage drastisch steigt: Die Liquiditätsreserve und ein "Prognosefehler" für das Jahr 2012 machen 38 Prozent der Steigerung aus – oder 0,7 Cent je Kilowattstunde. Größter Einzelposten ist aber der rasante Ausbau der Solarkraft: 29 Prozent oder 0,6 Cent.

