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Die Alternativen zur 60-Watt-Glühbirne

Zum 1. September kommt das Aus in der EU für verschwenderische 60 Watt-Birnen. Die Stiftung Warentest prüft die Alternativen und kürt zwei - relativ teure - LED-Lampen zum Testsieger. Vor allem Gerüchte verhindern bislang die breite Durchsetzung von Energiesparlampen.

Von Hanno Böck

Der nächste Schritt des EU-Verbots für Glühbirnen steht an: Ab kommenden Donnerstag - dem 1. September - sollen 60 Watt-Birnen aus dem Handel verschwinden. Die Zeitschrift Stiftung Warentest hat aus diesem Anlass Alternativen getestet. Drei Möglichkeiten stehen dem Verbraucher zur Verfügung: Kompaktleuchtstoffröhren ("gewöhnliche" Energiesparlampen), LED-Lampen und Halogenlampen (die allerdings ebenfalls sehr ineffizient sind). Die LEDs haben dabei inzwischen die Nase vorn, sind jedoch noch sehr teuer.


LED-Lampen im Vorteil - wenn man es sich leisten kann. (Foto: Osram)

Testsieger bei der Stiftung Warentest sind LED-Lampen von Philipps und von Osram - in Punkto Lichtausbeute und Lebensdauer übertreffen sie die Konkurrenz. Für die MyAmbience von Philipps mit 12 Watt zahlt man knapp über 50 Euro, der Testsieger von Osram, die Parathom Pro Classic A 80, ist im Moment noch nicht im Handel erhältlich.

Vorteil der LEDs: Sie enthalten kein Quecksilber und sind auch problemlos dimmbar. Wem die LED-Leuchten bislang zu teuer sind, der kann weiterhin auf "gewöhnliche" Energiesparlampen, sogenannte Kompaktleuchtstoffröhren, setzen. Hier hat eine Osram Duluxstar am besten abgeschnitten - sie ist im Handel für zwei bis drei Euro erhältlich. Die etwas höheren Anschaffungskosten amortisieren sich hier schnell durch den eingesparten Strom und die längere Lebensdauer.

Nach wie vor Schwierigkeiten bereiten den Energiesparlampen eine Vielzahl von Gerüchten und Halbwahrheiten. So ist oft zu hören, Energiesparlampen enthalten hohe Mengen Quecksilber und seien daher umweltschädlich. Richtig ist: Kompaktleuchtstoffröhren enthalten etwa drei Milligramm Quecksilber. Zum Vergleich: Alte Fieberthermometer, die seit 2009 verboten sind, enthielten bis zu 150 Milligramm an Quecksilber - eine tödliche Dosis.

Der Grenzwert für Energiesparlampen liegt zur Zeit bei fünf Milligramm - immer wieder gibt es einzelne schwarze Schafe, die sich nicht an die Grenzwerte halten. So hat die Deutsche Umwelthilfe etwa aufgedeckt, dass der Baumarkt Hornbach kürzlich Lampen mit bis zu 15 Milligramm Quecksilber im Angebot hatte.


Die Energieverschwender-Birne: Sie produziert vor allem Abwärme. (Foto: Wikimedia Commons)

Um das Quecksilber fachgerecht zu recyclen, ist eine gesonderte Entsorgung von Energiesparlampen ratsam. Bislang steht Deutschland da vergleichsweise schlecht da: Nur 37 Prozent werden fachgerecht entsorgt, der Rest landet im Hausmüll. Die Deutsche Umwelthilfe schlägt daher vor, dass alle Geschäfte, die Energiesparlampen verkaufen, diese auch zurücknehmen müssen - bislang ist das nur bei wenigen Geschäften der Fall.

Doch selbst wenn die Leuchten im Hausmüll landen: Besser als eine Glühbirne schneiden sie in der Umwelt- und auch in der Quecksilberbilanz allemal ab. Denn die Stromerzeugung in Deutschland - nach wie vor zu über 40 Prozent aus Kohlekraftwerken - belastet die Umwelt ebenfalls mit Quecksilber. Der durch Energiesparlampen eingesparte Strom erspart der Umwelt mehr Quecksilber, als in ihnen enthalten ist.


Quecksilber in großen Mengen ist hochgiftig - aber Energiesparlampen enthalten nur wenige Milligramm. (Foto: Wikimedia Commons)

Bleibt noch die direkte Belastung, wenn eine Energiesparlampe zu Bruch geht. Das Öko-Institut empfielt in diesem Fall ausgiebiges Lüften - und betont, dass auch hier die Gesundheitsgefahr gering ist. Eine weitere gute Nachricht für den Verbraucher: Immer mehr Hersteller setzen auf gebundenes Quecksilber in Form von Amalgam - dadurch wird verhindert, dass Quecksilber entweicht, wenn eine Energiesparlampe zu Bruch geht.

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