UniSolar Leipzig gibt auf
Der UniSolar e.V. Leipzig war Impulsgeber für die Gründung des UniSolar-Netzwerks, dem mittlerweile 16 Hochschulen angehören. Insgesamt zehn Photovoltaikanlagen hat die solarbegeisterte Studentenschaft bislang auf Dächer deutscher Hochschulen gebracht. Ende Dezember hat sich der UniSolar e.V. Leipzig aufgelöst.
Aus Leipzig Eva Mahnke
Noch im vergangenen Jahr hatte der Verein nach längeren Verhandlungen die Musik-Hochschule für die Montage einer Fotovoltaikanlage auf einem ihrer Dächer gewinnen können. Auch der Denkmalschutz hatte das Projekt bereits abgesegnet. Die Anlage wäre die zweite gewesen, die der Verein mit Hilfe studentischer Darlehen in Leipzig errichtet hätte. Doch nun liegt das Projekt auf Eis: UniSolar Leipzig hat sich aufgelöst.

Die Mutter aller Uni-Solar-Websiten: der Kopf aus Leipzig.
Dabei war der Verein unglaublich erfolgreich. Die erste Anlage überhaupt, die in Deutschland Studenten finanzierten, wurde von ihm ans Netz geschalten, seit Juni 2007 speist sie jährlich durchschnittlich 27.600 Kilowattstunden Strom ein. Und der Verein hatte großes vor. Zu Beginn ihrer Aktivitäten hatten die Mitglieder das Gesamtpotential der universitären Dachflächen bewertet. Ergebnis: Mindestens zehn Dächer der Leipziger Hochschulen sowie zehn weitere Dächer des Universitätsklinikums sind demnach für die Gewinnung von Sonnenenergie geeignet.
16 weitere Uni-Initiativen wurden von den Leipzigern inspiriert
"Das Ganze ist dann leider hängen geblieben", bedauert Ferdinand Dürr, einer der Gründer des UniSolar e.V. Nahezu alle Initiatoren und bisherigen Träger des Vereins seien mit ihrem Studienende mittlerweile aus Leipzig weggegangen. Leider sei es trotz einiger Bemühungen nicht gelungen, Nachfolger zu finden, die das Ruder übernehmen würden. "Wir sehen uns aber weiterhin als Berater für das UniSolar-Netzwerk", betont Dürr, der inzwischen als Campaigner beim Portal Campact arbeitet - dort für Aktionen im Bereich Klima und Energie verantwortlich ist.
Insgesamt ist die vierjährige Bilanz des Vereins vor allem durch die Multiplikatorwirkung beachtlich. Mit der Pilotanlage auf dem Dach des Geisteswissenschaftlichen Zentrums haben die Leipziger in 16 weiteren Universitäten Studenten zur Gründung ähnlicher Initiativen inspiriert. Zum Teil haben sich Vereine wie in Leipzig gebildet. Gerade erst wurde die Solaranlage der Studenten aus Potsdam eingeweiht. Teilweise wurde das Leipziger Modell jedoch auch weiter entwickelt. Heidelberger Studenten etwa haben eine Genossenschaft gegründet, die in naher Zukunft sogar jemanden für die Verwaltung der Finanzen anstellen möchte.

Uni-Dachanlage mit Stadtsilhouette: In der Mitte der Turm des Bundesverwaltungsgerichtes, rechts im Hintergrund der Leipziger Weisheitszahn, nach seiner Fertigstellung 1972 das höchste Haus Deutschlands. Heute sitzt in dem Gebäude übrigends die Strombörse EEX. (Foto: Unisolar)
In Leipzig selbst wurde vor gut einem Jahr nach dem Vorbild von UniSolar die Solarallianz Leipzig gegründet, die 2009 ihre erste Bürgersolaranlage ans Netz brachte. Die Allianz wiederum hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass die Stadt ihre Solarsatzung überarbeitet und die Nutzungsgebühren für städtische Dächer für Beteiligungsanlagen stark gesenkt hat. Weiterhin verweigerten zwar sowohl die Universität Leipzig als auch das Universitätsklinikum dem UniSolar e.V. die Bereitstellung von Dachflächen. Dies jedoch nur, um dann selbst Anlagen zu errichten.
"Die Anlage auf dem Universitätscampus und auf dem Dach der alten Frauenklinik hätte es so sicher nicht gegeben", kommentiert Ferdinand Dürr den Erfolg. Trotz der Enttäuschung, dass es bei der einen studentischen Anlage geblieben ist, zieht Dürr daher ein positives Fazit. "Von dem, was das Projekt angestoßen hat, war die Auflösung des Vereins eher ein Grund zu feiern. Wir haben jedenfalls noch einmal angestoßen."
Um ihr Geld müssen die Einleger nach der Auflösung des Vereins übrigends nicht fürchten. Besitzer der Anlage ist das Studentenwerk, das wie auch bisher die Auszahlung der Einspeisevergütung koordinieren wird.
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