Solarbranche ohne sonnige Aussichten
Die deutschen Solarunternehmen kommen aus ihrem Tief nicht heraus. Nachdem Q-Cells bereits bei der Bekanntgabe seiner Halbjahreszahlen gewaltige Verluste verzeichnen musste, vermeldet das Bitterfelder Unternehmen heute einen operativen Quartalsverlust von 47,3 Millionen Euro. Der Umsatz verringerte sich von 400 Millionen auf 228,8 Millionen Euro. Auch für das vierte Quartal erwartet Q-Cells keine Besserung. Als Jahresbilanz wird ein operativer Verlust im dreistelligen Millionenbereich erwartet. Erst im August hatte der Konzern ein hartes Sparprogramm aufgelegt. Stellen werden abgebaut und die Produktionskapazitäten am Standort Bitterfeld schrittweise reduziert. Das Unternehmen will sich auf sein Werk in Malaysia konzentrieren.

Die Preise für Module sind deutlich gefallen - dennoch sind die deutschen Solarunternehmen nicht konkurrenzfähig. (Foto: Solarworld)
Die Branchenkrise erfasst nun auch das Bonner Unternehmen Solarworld. Nachdem der Branchenprimus im ersten Halbjahr noch einen Gewinn von 22,4 Millionen Euro verbuchen konnte, verzeichnet das Unternehmen im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von neun Millionen Euro. Dieser geht auf gravierende Umsatzeinbußen in den USA zurück, wo auf Initiative von Solarworld gegen chinesische Hersteller ein Verfahren wegen unfairer Wettbewerbsbedingungen aufgenommen wurde. Im Vorjahreszeitraum hatte Solarworld noch einen Gewinn von 19,9 Millionen Euro gemacht. Der Umsatz sank von 342,1 Millionen auf 237,8 Millionen Euro.
"Im gesamten Markt hat sich die Nachfrage auch im 3. Quartal 2011 schlechter entwickelt als erwartet", sagte Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender von Solarworld. "Auch wir blieben von den Preisrückgängen durch das starke Überangebot vor allem von staatlich subventionierten Billiganbietern nicht unberührt. Wir begrüßen daher die offizielle Aufnahme des Verfahrens gegen unlautere Handelspraktiken chinesischer Hersteller in den USA."
Nach Branchenangaben sind die Preise für Module zwar im laufenden Jahr um rund ein Drittel billiger geworden. Jedoch würden chinesische Solarunternehmen ihre Module unter den tatsächlich anfallenden Kosten verkaufen, um sich langfristig Marktanteile zu sichern. "Wir wehren uns gegen Dumpingpreise, die erkauft werden durch chinesische Milliardenkredite, Materialsubventionen und die massive Missachtung von Umwelt- und Sozialstandards", so Asbeck.
klimaretter.info/em
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