CDM-Projekte sind nicht ganz sauber
CDM-Projekte können Energieunternehmen viel Geld einbringen. Deshalb muss bei der Vergabe von Emissionsgutschriften für Klimaschutzprojekte in Drittländern genau hingeschaut werden. Das Stockholm Environment Institute (SEI) hat aber nun in einer Studie nachgewiesen, dass es zu "systematischen Mängeln" bei der Anrechnung von Gutschriften kommt.
So würden Emissionsgutschriften und damit bares Geld an Kohlekraftprojekte vergeben, die keinerlei Klimaschutznutzen hätten. An die 451 Gutschriften würden so ausgegeben, ohne dass alle Projekte das Kriterium der "Zusätzlichkeit" erfüllten. Vorraussetzung bei der Vergabe von Gutschriften an Projekte in Drittländern ist nämlich, dass zusätzlich zu ohnehin vorgesehenden Emissionsreduzierungen, Treibhausgase eingespart werden. Das sei aber bei den Kohleprojekten vor allem in China und Indien nicht der Fall, so die Studie des SEI.

Energieunternehmen kassieren Geld ohne echten Klimaschutz zu betreiben, so der Vorwurf der Studie (Foto: Reimer)
Denn sogenannte "superkritische" und "ultra-superkritische" Kohlekraftwerkstechnologien würden keine CDM-Finanzierung brauchen, da sie sich ohnehin rasch als Stand der Technik etablieren und unter die zahlreichen Auflagen der indischen und chinesischen Regierungen fallen würden.
"Die Studie zeigt unmissverständlich auf, dass Milliardeninvestitionen in Kohlekraftwerke in Indien und China für Klimaschutzgutschriften eine Fehlinvestition sind, sowohl für das finanziell klamme Europa als auch für das Klima. Damit wird nur 'business as usual' weiterbetrieben", kritisiert Anja Kollmuss von CDM Watch.
Da sich gerade bei Kohlekraftwerksprojekten eine Anrechnung von Emissonsreduktionen als schwierig erweist, müssten laut den Machern der Studie die Regeln neu überarbeitet werden. Die Klimaallianz fordert sogar ein sofortiges Verbot der Zertifikate aus chinesischen und indischen Kohlekraftwerksprojekten.
klimaretter.info/sg
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