Siemens baut solarthermische Testanlage
Siemens steigt tiefer ins Solarthermie-Geschäft ein: Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, will er mit Projektpartnern in Portugal eine Kraftwerks-Testanlage für den Betrieb von Receivern mit geschmolzenem Salz als Wärmeträgermedium in Portugal errichten. Ziel des Forschungsvorhabens sei, "die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit von Parabolrinnenkraftwerken weiter zu verbessern". Erst am Wochenende hatte Siemens den Bau von fünf neuen Windkraftfabriken angekündigt.

Diese Parabolspiegel lenken die Sonnenenergie auf die Rohre, in denen ein synthetisches Öl als Trägermedium die Energie abführt. (Foto: Solar Millennium)
Über einen Zeitraum von drei Jahren soll die Technologie auf dem Gelände der Universität Evora rund 130 Kilometer südöstlich von Lissabon getestet und optimiert werden, wie Siemens mitteilte. Gelände und Infrastruktur für die Anlage werden vom portugiesischen Energieversorger Energias de Portugal (EdP) zur Verfügung gestellt. In der Testanlage sollen unterschiedliche Salze auf ihr Speicher-Potenzial hin untersucht werden, das Vorhaben wird Programm "High Performance Solarthermie" des Bundesumweltministerium mit fast 2,7 Millionen Euro gefördert.
Kompenten für solarthermische Kraftwerke sind ein Teil des "Siemens-Umweltportfolios", mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro erzielte. Siemens ist zudem Mitglied der Desertec-Initiative: Im Norden Afrikas sollen solarthermische Kraftwerke perspektivisch auch zur europäischen Stromversorgung beitragen. Diese Kraftwerke sind "grundlastfähig". Das bedeutet, dass sie einen Teil der "geernteten" Sonnenenergie in Salztanks speichern und diese abrufen, wenn die Sonne nicht schein - also rund um die Uhr Strom produzieren können.
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