Klimaschutz als Konzernkostensenker
Das so genannte Carbon Disclosure Project hat Klimastrategien und Schutzmaßnahmen von 57 global führenden Konzernen und deren 1.000 Zulieferern untersucht. Im Ergebnis haben über die Hälfte der untersuchten Großkonzerne und ein Viertel ihrer Zulieferer bereits Kosteneinsparungen durch praktischen Klimaschutz realisiert. Wie aus dem in London veröffentlichten „Carbon Disclosure Project 2011 Supply Chain Report" hervor geht, würden mittlerweile 86 Prozent der Unternehmen finanzielle Vorteile aus einer Verbesserung ihrer Klimabilanz ziehen, sei es durch eine entsprechende Beschaffungspolitik oder durch die aktive Senkung der eigenen Treibhausgasemissionen.
Der Bericht nennt ausgerechnet Pepsi-Cola als positives Beispiel: Klimaschutz habe hier durch höhere Energieeffizienz 60 Millionen Dollar Kosten jährlich eingespart. "Nach der Umsetzung einer wirksamen Klimastrategie haben wir uns nun auch zum Ziel gesetzt, die Zulieferer in diese Prozesse miteinzubeziehen", erklärt Walter Todd, Vizepräsident bei PepsiCo UK & Ireland. Den Supply Chain Report erarbeitete das Carbon Disclosure Projekt in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung A.T. Kerney.

Greenpeace organisierte den Protest gegen Nestlé: Der Konzern hatte nach Angaben der Umweltschützer durch seine Einkaufspolitik von billigem Palmöl jahrelang die Rodung von indonesischem Regenwald auf dem Gewissen. (Montage: Greenpeace)
Zu den untersuchten Großkonzernen gehören etwa die Bank of America, Danone, Dell, EADS, L' Oreal oder Merck. Untersucht wurden allerdings auch Firmen, die eher einen Ruf als aggressive Klimakiller haben: Endesa etwa, der größte private spanische und lateinamerikanische Stromkonzern, der immer noch massiv auf fossile Verbrennung setzt, der Lebensmittelkonzern Nestlé, der jahrelang auf billiges Palmöl aus ehemaligen Regenwäldern baute oder der Autobauer Ford, der sich bei jeder Gelegenheit politisch gegen Kohlendioxid-Grenzwerte seiner Fahrzeug-Flotte ausgesprochen hat. "Bei führenden Großkonzernen sehen wir einen Wertewandel hin zu nachhaltiger, quantifizierbarer Klimastrategie“, sagt Caspar von Blomberg, Europa-Chef des Carbon Disclosure Projekt. Ob es sich dabei um mehr als nur Greenwashing-PR-Strategie handelt, das bleibt der Bericht über weite Strecken schuldig.
Lesen Sie hier einen Standpunkt von Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Vordenker der Grünen, über das Carbon Disclosure Projekt.
klimaretter.info/reni
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