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"Die Weltbank färbt sich schön"

Zum heutigen Auftakt der Frühjahrstagung präsentiert die nichtstaatliche Organisation WEED (World Economy, Ecology & Development) eine Analyse der bisherigen Energiefinanzierung durch die Weltbank: Entgegen den offiziellen Angaben hat demnach noch immer kein Wandel bei der Weltbank hin zur stärkeren Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt.  

Derzeit versucht die Weltbank, bei den Industrieländern Milliardenbeträge für zwei neue Fonds zum Klimaschutz einzusammeln. Auf dem G8 Gipfel im Juli 2008 in Japan sollen die Fonds verabschiedet werden. Bei den am 6. April zu Ende gegangenen UN-Klimaverhandlungen in Bangkok war auf Initiative der britischen, US-amerikanischen und japanischen Regierungen ein neuer Klima-Investitionsfonds bei der Weltbank angesiedelt worden. 

Entwicklungsländer hatten das massiv kritisiert. Sie fordern, dass neue Finanzierungsmechanismen für Klimaschutz im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention angesiedelt werden, wo Entwicklungsländer – anders als bei der Weltbank - gleichwertig am Verhandlungstisch sitzen. 

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Das Weltbankgebäude in Washington FOTO: wikipedia  

„Die neuen Fonds schaffen unnötige internationale Parallelstrukturen zur Bekämpfung des Klimawandels und gefährden eine Kompromissfindung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen“, warnt Daniela Setton , Weltbankexpertin bei WEED. „Wenn der deutschen Bundesregierung die internationalen Klimaverhandlungen am Herzen liegen, darf sie die neuen Weltbankfonds nicht unterstützen. Sie sollte sich vielmehr stattdessen für eine Stärkung der Instrumente im Rahmen der UN einsetzen und dort ihre Beiträge einzahlen. Das wäre ein wichtiges internationales Signal.“ 

Nur vier Tage vor Beginn der Frühjahrstagung bewilligte die Weltbank einen Kredit über 460 Mio. US-$ für ein Mega-Kohlekraftwerk im indischen Bundesstaat Gujarat   , das  Tata Ultra Mega Project. Das Kraftwerk wird während seiner Nutzungsdauer schätzungsweise 700 Millionen Tonnen an CO2 emittieren. 

„Für dieses Projekt gibt die Weltbank mehr als das Doppelte dessen aus, was sie im gesamten Geschäftsjahr 2007 in nachhaltige erneuerbare Energien investiert hat“, kritisiert Daniela Setton. „Dies zeigt, welchen Stellenwert Klimaschutz tatsächlich für die Weltbank hat.“ 

Neue Recherchen von WEED zeigen, dass die Investitionen der Weltbank in erneuerbare Energien entgegen den offiziellen Angaben in den letzten 17 Jahren nicht gestiegen sind. In den 90er Jahren lagen sie im Schnitt bereits höher als in den letzten Jahren. 

„Die Weltbank betreibt in Sachen Klimaschutz und Entwicklung weitestgehend Schönfärberei. Ihre Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind marginal – und das seit 17 Jahren“, fasst Daniela Setton die Energiepolitik der Weltbank zusammen. „Der wichtigste Beitrag der Weltbank zum Klimaschutz wäre, dass sie endlich ihre eigenen Milliardeninvestitionen in den Ausbau der konventionellen Energiesysteme in Entwicklungsländern stoppt. Sie muss ihre Energieinvestitionen komplett auf die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz umstellen.“ 

klimaretter.info/reni

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