Die Emissionen steigen wieder
Das Bruttoinlandsprodukt ist von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,7 gestiegen. Ein wieder steigender Energieverbrauch dürfte die Kehrseite des Aufschwungs sein.
Von Sarah Messina
Die Deutsche Wirtschaft schwingt auf: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag bekanntgab, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2010 rund 0,7 Prozent höher als im zweiten Quartal. Darüber freut sich auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP): "Der Aufschwung geht weiter."

Sichtbar ist der Aufschwung nach der Wirtschafts- und Finanzkrise schon seit dem letzten Jahr. Mit dem zweiten Quartal 2010 wurde jedoch bereits ein Rekord erreicht. Die Ergebnisse der ersten beiden Quartale wurden vom Statistischen Bundesamt nun sogar noch einmal leicht nach oben korrigiert von 0,5 auf 0,6 Prozent und von 2,2 auf 2,3 Prozent.
Auch im Vergleich mit dem Vorjahr hat die Wirtschaftsleistung demnach kräftig zugelegt: Das BIP des dritten Quartals 2010 liegt ganze 3,9 Prozent über dem dritten Quartal 2009. "Nach dem außerordentlichen Wachstum im zweiten Vierteljahr setzte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal ihren dynamischen Aufschwung fort", lobt Brüderle. Dennoch dürfe man sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Auch der Ausstieg aus Konjunkturmaßnahmen der letzten Jahre müsse zielstrebig weiter verfolgt werden.
Wirtschaftsaufschwung = mehr Energieverbrauch?
Verbraucher kaufen wieder, Fabriken produzieren wieder, die Schlote der Industrie qualmen wieder: Die Kehrseite der Medaille des Aufschwungs dürfte der damit verbundene Anstieg des Energieverbrauchs sein – und damit auch ein erhöhter Kohlendioxid-Ausstoß. Denn auch und vor allem "Dank der Wirtschaftskrise" konnte nicht nur Deutschland im letzten Jahr einen beispiellosen Emissionsrückgang verzeichnen. Laut Umweltbundesamt wurden hierzulande 2009 gegenüber dem Vorjahr 8,4 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen ausgestoßen - das größte Minus wurde durch den weniger in Anspruch genommenen Energiesektor notiert.
Erstmals seit 1992 waren im vergangenen Jahr auch global die Treibhausgas-Emissionen nicht weiter gestiegen. Dass die Emissionen durch die Krise nicht sanken, sondern insgesamt stagnierten, kam dabei nur durch das "krisenfeste" Emissionswachstum in Schwellenländern zustande, das mit dem gesunkenen Energieverbrauch in Industrieländern für "den Ausgleich" sorgte.
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