Deutsche Industrie emittiert wieder mehr
In Deutschland fallen derzeit knapp 57 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes unter den Emissionshandel. Die rund 1850 teilnehmenden Unternehmen stießen nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt im vergangenen Jahr zwei Prozent mehr als 2006 aus.

Foto: BUND
Dennoch erklärt die DEHSt den Emissionshandel als "Erfolg": O-Ton-Pressemeldung: "Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der ersten Handelsperiode 2005 bis 2007 lagen mit 479 Millionen Tonnen trotz eines deutlichen Wirtschaftswachstums knapp unter dem Durchschnitt der Basisperiode 2000-2004."
"Die katastrophale Bilanz der ersten Handelsperiode wird so schön geredet", kritisiert Eva Bulling-Schröter, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag zu den heute vorgestellten Daten. Die Behörde des Umweltministeriums verbiege die Daten, um irgendwie einen positiven Schlussstrich unter die erste Handelsperiode 2005 bis 2007 zu ziehen. Dabei scheue sie nicht davor zurück, Daten manipulativ zu verwenden. Und zwar dadurch, dass die so genannte Basisperiode klammheimlich verändert wird - also der Zeitraum, welcher der Ausgabe von Emissionsberechtigungen zu Grunde lag und bislang stets als Vergleichszeitraum galt. Sowohl im Zuteilungsgesetz, als auch im Nationalen Allokationsplan sei als Basisperiode der Zeitraum 2000 bis 2002 definiert. "Das Umweltbundesamt macht daraus flugs 2000 bis 2004, weil's besser passt", so Bulling-Schröter.
Der Emissionshandelssektor macht derzeit knapp 57 Prozent der Kohlendioxidemissionen in Deutschland aus. 2007 war das letzte Jahr der ersten Handelsperiode im Europäischen Emissionshandel.
Ebenfalls heute wurde das EU-weite Register für die am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen (CITL) immerhin knapp 10.000 mal veröffentlicht. Im Jahr 2006 war der vom Emissionshandel erfasste CO2-Ausstoß um 0,3 Prozent gestiegen. Großbritannien musste demnach im vergangenen Jahr mehr Emissionszertifikate zukaufen als jeder andere europäische Staat. Die vorläufigen Daten der Europäischen Union zeigen, dass die britische Industrie die Vorgaben der Gemeinschaft weiterhin am deutlichsten verfehlt. Die in den Emissionshandel aufgenommenen Branchen produzierten demnach im vergangenen Jahr 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid und damit rund 35 Millionen Tonnen mehr als zugeteilt.
klimaretter.info/reni
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