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Brasilien: Umstrittenes Stahlwerk eröffnet

Der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp eröffnete heute in der Bucht von Sepetiba nahe Rio de Janeiro ein neues Stahlwerk. Das Projekt ist die bislang größte Einzelinvestition des Konzerns und soll ausschließlich für den Export nach Deutschland und in die USA produzieren. Der Kohlendioxid-Ausstoß von Rio de Janeiro steigt durch das Werk um 75 Prozent - trotzdem wird es von der UN als Klimaschutzprojekt im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) gefördert. Umweltschützer und Vertreter lokaler Fischer kritisieren den Konzern stark.

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Stahlwerk in der Bucht von Sepetiba. (Foto: FDCL)

Der Fischer Luis Carlos Oliveira, der seit einiger Zeit Morddrohungen erhält und deswegen sich in Brasilien nicht mehr ohne Polizeischutz bewegt, hatte auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp im Januar für die kritischen Aktionäre schwere Vorwürfe erhoben: Der Konzern beschäftige Milizen, die vom Projekt betroffene Einwohner bedrohen. Es gebe illegale Abholzungen der Mangrovenwälder und das Wasser sei mit Schwermetallen belastet. ThyssenKrupp bestreitet das.

Das Vorhaben ist trotz der hohen Kohlendioxid-Emissionen als CDM-Projekt anerkannt, da in einigen Prozessen besonders energieeffiziente Technologien zum Einsatz kommen. Mit CDM-Projekten können Konzerne in Industriestaaten den Kauf von Emissionszertifikaten vermeiden, wenn sie in Schwellen- und Entwicklungsländern in Projekte investieren, die Kohlendioxid-Emissionen vermeiden. Häufig ist jedoch sehr umstritten, ob tatsächlich Kohlendioxid-Einsparungen stattfinden.

Stahlproduktion findet heutzutage fast ausschließlich auf Basis von Steinkohle statt und hat prozessbedingt hohe Kohlendioxid-Emissionen. Die Steinkohle für das Projekt soll vor allem aus Kolumbien importiert werden.

© wir-klimaretter.de/hb

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