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Nestlé schwenkt beim Palmöl um

"KitKat mit Orang-Utan": Die Greenpeace Palmöl-Kampagne gegen Lebensmittelkonzern Nestlé hat ihre Kreise mit Video-Persiflagen und Online-Protesten weit durch das Netz gezogen. Mit Erfolg: Nestlé gab am Montag die Partnerschaft mit der NGO The Forest Trust bekannt und will ab 2015 nur noch nachhaltig erzeugtes Palmöl verwenden. Bereits in diesem Jahr soll der Anteil zertifizierten Palmöls auf 18 Prozent und bis Ende 2011 auf 50 Prozent gebracht werden. "Endlich bewegt sich Nestlé in die richtige Richtung", sagt Greenpeace Waldexpertin Corinna Hölzel.

An der Kampagne gegen die Palmöl-Politik des Konzerns beteiligten sich innerhalb von zwei Monaten rund 250.000 Menschen aus aller Welt – vor allem über das Internet, wo Nestlé vor allem durch massive Kritik auf ihrer eigenen Facebook-Seite in Bedrängnis geriet. Die Kampagne gilt als expemplarisch für Umwelt-Protest im Bereich Social Media: 1,5 Millionen Internetnutzer haben dabei etwa die Video-Persiflage angeklickt, die den Zusammenhang zwischen Kitkat und der Vernichtung von Regenwald aufzeigt - und umso interessanter zu werden schien, als Nestlé von Youtube die Sperrung des Videos forderte. Weitere 2.000 Verbraucher twitterten Forderungen an Konzerne, die von Greenpeace in Frankfurt am Main in einer Protest-Aktion vor der Deutschland-Zentrale von Nestlé auf einer Großbild-Leinwand projiziert wurden.

Konzern-Schwergewicht Nestlé verarbeitet jährlich 320.000 Tonnen Palmöl. Bislang wurde ein Großteil des Bedarfs vom höchst umstrittenen indonesischen Palmölproduzenten Sinar Mas bezogen, der wiederholt in Landkonflikte verwickelt war. Nach den Protesten kündigte Nestlé bereits im März die Kündigung direkter Lieferverträge mit Sinar Mas an, aber auch etliche Nestlé-Zwischenhändler kaufen bei Sinar Mas. Der Konzern verplichtete sich nun, derartige Lieferanten von Palmöl und Papier aus Regenwaldrodung auszuschliessen.

Durch die steigende Nachfrage nach Palmöl hat Indonesien eine der höchsten Entwaldungsraten und ist damit weltweit der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen.

© wir-klimaretter.de/sam

 

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