9,4 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen
Emissionshandelspflichtige Anlagen haben 2009 in Deutschland 44,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen als im Vorjahr. Damit sind die vom Handel mit Verschmutzungsrechten erfassten Emissionen um 9,4 Prozent auf 428,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid gesunken – das sei der niedrigste Stand seit 2005, vermeldete am Donnerstag das Umweltbundesamt (UBA).

Viel zu handeln gibt es derzeit im Emissionshandel offenbar nicht: 2009 deckten sich Kohlendioxid-Ausstoß und ausgegebene Zertifikate
Im März hatte das Amt bereits veröffentlicht, dass nicht Klimaschutzmaßnahmen, sondern vor allem die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem beispiellosen Rückgang von Klimaemissionen geführt hatten. Das habe sich auch beim Emissionshandel bemerkbar gemacht, so das UBA. Da die Jahresemissionen 2009 durch die zugeteilten und ausgegebenen Zertfikate vollständig ausgeglichen werden können, bestehe derzeit nur eine geringe Nachfrage nach Emissionszertifikaten, "was sich auch im gegenwärtig moderaten Preis von 13 Euro pro Zertifikat wiederspiegelt", sagt Hans-Jürgen Nantke, Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt).
Die größte Minderung gab es im Energiesektor: Emissionen aus Großkraftwerken sind nach Angaben der Umweltbehörde durch die verminderte Auslastung 2009 um 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid oder acht Prozent gesunken. In der Eisen- und Stahl-Industrie sank der Kohlendioxid-Ausstoß gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Millionen Tonnen beziehungsweise 25 Prozent. Emissionen der mineralverarbeitenden Industrie gingen um 1,7 Millionen Tonnen oder acht Prozent zurück, während etwa die Gesamtemissionen der Raffinierien auf dem Niveau des Vorjahres blieben.
In Deutschland sind insgesamt Betreiber von 1.654 Anlagen der Energiewirtschaft und der emissionsintensiven Industrie verpflichtet, ihre Emissionen jährlich an die DEHSt zu melden.
© wir-klimaretter.de/sam
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