Konsum hat sich seit 1960 versechsfacht
Das Washingtoner "Worldwatch"-Institut hat einen grundlegenden Wandel unseres Konsumverhaltens gefordert. Wie die Nachrichtenagentur epd berichtet, müsse im Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung in Zukunft deutlich werden, dass Kaufen nicht zu Glück, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz führe, heißt es in einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Umweltinstitutes.
2006 habe die Menschheit für Waren und Dienstleistungen 30,5 Billionen Dollar ausgegeben, 28 Prozent mehr als 1996 und sechsmal so viel wie 1960. Die Weltbevölkerung sei seit 1960 aber nur um das 2,2-fache gestiegen. 2005 sei weltweit achtmal so viel Erdöl verbraucht worden wie 1950. Forschungsleiter Erik Assadourian erklärte dem Indepentent, Umweltgesetze und nachhaltige Technologien würden nicht ausreichen, solange besonders in den wohlhabenden Länder eine rohstoffverschlingende und klimagefährdende Konsumkultur herrsche.
Rund ein Drittel des weltweiten Konsums gehe auf das Konto der US-Amerikaner, die jedoch nur fünf Prozent der Weltbevölkerung stellten. Die reichsten 500 Millionen Menschen (sieben Prozent der Weltbevölkerung) seien für etwa die Hälfte der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich, heißt es in dem Bericht weiter.
Und ein Wandel ist nicht in Sicht: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) hat heute in Berlin "Zuversicht" verbreitet: Nach dem Geschäftseinbruch von 15 Prozent im vergangen Jahr erwarten Großhandel und Dienstleister für 2010 wieder deutliche Umsatzsteigerungen. "Die Branche rechnet 2010 mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent auf gut 769 Milliarden Euro", erklärte Anton Börner, der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen in Berlin. Dabei stützt sich der Verband auf die Ergebnisse seiner aktuellen Unternehmensbefragung.
Angetrieben werde das unverantwortliche Kaufverhalten von massiven Werbeschlachten der Wirtschaft: 2008 hätten Unternehmen weltweit 643 Milliarden Dollar für Kampagnen ausgegeben. In China und Indien steigen den Angaben zufolge die Ausgaben für Werbung jährlich um mehr als zehn Prozent.
Als Beispiel für die Wirksamkeit der Reklame nennt der Bericht den Verkauf von Trinkwasser in Flaschen: 2008 wurden 241 Milliarden Liter verkauft, doppelt so viele wie 2000. Auch die Hersteller für Haustierbedarf und -futter lassen sich ihre Werbung viel kosten: 300 Millionen Dollar geben sie in den USA pro Jahr aus, um ihre Produkte anzupreisen. Zwei Schäferhunde verbrauchten dort so viel Ressourcen wie ein durchschnittlicher Bürger im asiatischen Bangladesch.
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