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RWE sagt Kohle goodbye – in Ungarn

Die deutschen Stromerzeuger RWE und EnBW verkaufen ihre Anteile am ungarischen Stromerzeuger Mátra und verabschieden sich damit aus dem Kohlegeschäft in dem Land. Der RWE-Anteil von knapp 51 Prozent und der EnBW-Anteil von rund 22 Prozent werden laut RWE von einem Konsortium erworben, das aus der tschechischen Holding EPH und dem ungarischen Investor Lőrinc Mészáros besteht.

BildAuch der Tagebau Visonta am Rand des Mátra-Gebirges gehört zum Mátra-Kraftwerk und wird verkauft. (Foto: Padrag/​Wikimedia Commons)

Das Braunkohlekraftwerk Mátra ist mit einer Stromerzeugung von etwa 960 Megawatt das zweitgrößte des Landes. Die Kohleversorgung erfolgt aus zwei Tagebauen. Das Unternehmen soll mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und des Ungarischen Energieamtes.

Die Prager EPH-Gruppe ist bereits dafür bekannt, Kohleunternehmen in Europa aufzukaufen – in Deutschland gehören ihr die Braunkohlekonzerne Mibrag und Leag sowie das Steinkohlekraftwerk Mehrum. Der ungarische Bau- und Agrarunternehmer Lőrinc Mészáros gilt als Günst­ling des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.

Die beiden deutschen Energiekonzerne stellen den Verkauf als Ergebnis längerfristiger Überlegungen dar. So will sich RWE nach eigenen Angaben auf Deutschland, Großbritannien und die Benelux-Staaten konzentrieren. Die in Baden-Württemberg angesiedelte EnBW baut den Anteil der Erneuerbaren in ihrer Erzeugung seit Jahren aus.

Größter Stromerzeuger in Ungarn ist das umstrittene AKW Paks mit 2.000 Megwatt. Ungarn plant aber auch Energiewende-Projekte und will bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren an der Energieerzeugung auf 15 Prozent erhöhen.

klimaretter.info/jst

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