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Energiedienstleister in Insolvenz

Mit dem Leipziger Energiedienstleister Innowatio/Clean Energy Sourcing musste jetzt erstmals ein deutscher Direktvermarkter von Grünstrom Insolvenz anmelden. Erst im März dieses Jahres war die Clean Energy Sourcing AG (Clens) in die Innowatio GmbH umgewandelt worden. Damit war die Integration der beiden Unternehmen abgeschlossen.

BildFlexible Kraftwerke und Direktvermarktung von Ökostrom sind schöne Geschäftsvisionen, derzeit in Deutschland aber nicht leicht zu realisieren. (Foto: Torsten Pross/​Clens)

2015 war der italienische Energiedienstleister Innowatio bei Clens eingestiegen und hatte das Unternehmen 2016 ganz übernommen. Dieses bot seine  Leistungen aber weiter unter der Marke Clean Energy Sourcing beziehungsweise Clens an. Für das laufende Jahr waren nach Unternehmensangaben Investitionen von 40 Millionen Euro geplant, erstmals sollte in Deutschland auch in Erzeugungsanlagen investiert werden.

Mitte November jedoch beantragten die nunmehrige Innowatio GmbH/Clean Energy Sourcing sowie vier ihrer Tochtergesellschaften Insolvenz beim Amtsgericht in Leipzig. Die Gründe für die Krise, so das Unternehmen, lägen "außerhalb des operativen Geschäftsbetriebs" der Clens-Gruppe. Handelsentscheidungen auf Gruppenebene hätten die italienische Innowatio-Gruppe, zu der Clens gehört, Ende 2016  in eine anhaltende finanzielle Schieflage gebracht. Dies sei nicht ohne Auswirkungen geblieben.

Trotz der Insolvenz will die Clens-Gruppe die Belieferung an Stromkunden sowie die Direktvermarktungs- und Flexibilitätsleistungen für Anlagenbetreiber "unverändert" fortsetzen. Derzeit würden zusammen mit dem Insolvenzverwalter alle Optionen geprüft, die dem Erhalt des Unternehmens und der bis zu 75 Arbeitsplätze in Leipzig und Frankfurt am Main dienten.

Clens verwaltet derzeit in Deutschland einen Absatz von elf Milliarden Kilowattstunden und vermarktet 2.700 Megawatt Erzeugung. Ende 2016 sollen es noch mehr als 3.300 Megawatt gewesen sein.

Inzwischen warnten Branchenbeobachter, dass mit der Insolvenz auch bei zahlreichen Betreibern von Windenergie- und Biogasanlagen beträchtliche Zahlungsausfälle drohten.  So würden ausstehende Direktvermarktungserlöse zunächst nicht gezahlt, weil der Insolvenzverwalter solche angeblichen "Altverbindlichkeiten" nicht bediene.

klimaretter.info/jst

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