USA: 360 Milliarden im Jahr für Klimawandel

Der Klimawandel kommt die USA bereits heute teuer zu stehen. Darauf weist der Rechnungshof des Landes in einem neuen Bericht hin. Demnach mussten die USA in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 350 Milliarden US-Dollar aufwenden, um Hilfsprogramme bei Extremwettereignissen sowie Unterstützungsleistungen bei Fluten und Ernteverlusten zu bezahlen. Die verheerenden Folgen der starken Hurrikane "Irma" und "Harvey" sowie die Waldbrände in Kalifornien und anderen US-Staaten sind hier noch nicht eingerechnet.

BildWaldbrände werden durch den Klimawandel häufiger und heftiger – und richten Schäden in Millionenhöhe an. (Foto: John McColgan/​Wikimedia Commons)

In Auftrag gegeben hatten die Studie zwei Senatorinnen, die Republikanerin Susan Collins und die Demokratin Maria Cantwell. Der Rechnungshof empfiehlt der US-Regierung, diese Informationen zu den ökonomischen Auswirkungen des Klimawandel zu nutzen, um Risiken zu erkennen und politische Antworten darauf zu finden.

Dass die Verbrennung fossiler Ressourcen auch für die USA zu einer ernsthaften ökonomischen Belastung wird, haben kürzlich bereits Zahlen der US-Umweltorganisation Universal Ecological Fund gezeigt. Demach werden Extremwettereignisse sowie Gesundheitsfolgen durch Luftschadstoffe das Land in den kommenden zehn Jahren im Durchschnitt 360 Milliarden US-Dollar jährlich kosten – also fast das Zehnfache. Damit würden diese Kosten mehr als die Hälfte des geschätzten Wirtschaftswachstums verschlingen.

Auch in den vergangenen zehn Jahren waren die Kosten laut dieser Studie bereits um ein Vielfaches höher, als es die Zahlen des Rechnungshofes nahelegen: Schäden durch Extremwettereignisse sowie Gesundheitskosten belasteten die USA dem Universal Ecological Fund zufolge mit durchschnittlich 240 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das entspricht 40 Prozent des Wachstums in diesem Zeitraum. Die ökonomischen Verluste haben sich gegenüber den 1990er Jahren verdoppelt. Dabei erfasst der Bericht noch nicht einmal die kompletten Schäden und Verluste, die der Klimawandel mit sich bringt. Zahlen aus der Landwirtschaft, wo Hitzeperioden oder Starkregen zu Ernteeinbußen geführt haben, sowie die Gesundheitskosten durch extreme Hitze sind hier noch nicht einberechnet.

"Für die Verbrennung fossiler Ressourcen zahlt die US-Wirtschaft einen hohen Preis", sagte der Ko-Autor des Berichts und frühere Vorsitzende des Weltklimarats Robert Watson. "Auf Dauer kann sie sich das nicht leisten." Die Belege seien offenkundig. Die jüngsten Extremwettereignisse in den USA seien die Fortsetzung eines Trends von immer häufigeren, schwereren und teureren Orkanen, Hurrikanen, Fluten, Dürren und Waldbränden. "Es ist ganz einfach", so Watson. "Je mehr fossile Ressourcen wir verbrennen, desto schneller verändert sich das Klima und steigen die Kosten."

Der Beitrag wurde um 14:25 Uhr ergänzt

klimaretter.info/em

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