CO₂-Preis treibt alte Windanlagen an

Sofern Windkraft an Land ab 2021 nicht mit steigenden Strompreisen und -erlösen rechnen kann, werden sich nur wenige der Alt-Anlagen, für die die EEG-Förderung ausläuft, am Markt behaupten können. Das sagt eine jetzt veröffentlichte Untersuchung des Berliner Beratungsunternehmens Energy Brainpool voraus.

BildAuf- oder abbauen? Vor der Frage stehen im neuen Jahrzehnt viele Windkraftbetreiber, die für ihre alten Anlagen keine EEG-Zuschüsse mehr bekommen. (Foto: Windstrom Vindvet)

Die Analysten gehen von zwei Szenarien aus, einem mit stark steigenden sowie einem mit eher niedrigen Strompreisen. Bei beiden Prognosen liegen die Erlöse für ungeförderte ältere Onshore-Windanlagen über deren künftigen Betriebskosten – Voraussetzung für beide Szenarien wäre aber ein Anstieg des CO2-Preises ab 2021, betont Energy Brainpool. Friert man bei der Modellierung hingegen den heutigen Marktpreis an der Strombörse für die Zeit ab 2020 ein, wird sich nur für die wenigen Anlagen mit sehr geringen Betriebskosten der Weiterbetrieb dann ohne Förderung lohnen.

Bei einem CO2-Mindestpreis von 30 Euro je Tonne, wie ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert, "würden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Post-EEG-Anlagen stark verbessern", erläuterte Carlos Perez Linkenheil von Energy Brainpool. "Je höher die Preissteigerung der CO2- beziehungsweise Brennstoffkosten ausfällt, desto mehr Anlagen könnten weiterbetrieben werden."

Laut einer bereits im Frühjahr veröffentlichten Studie der Beratungsfirma Deutsche Windguard werden ab Anfang 2021 ungefähr 6.000 Windanlagen mit 4.350 bis 4.500 Megawatt Nennleistung die EEG-Vergütung verlieren. Bleibt es bei den jetzigen Stromerlösen, droht zwei von drei Anlagen dann die Abschaltung.

klimaretter.info/jst

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