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Schifffahrt soll weniger emittieren

Mit einem Appell ist Mitte Mai in Istanbul die Jahresversammlung der Internationalen Handelsschifffahrts-Organisation ICS zu Ende gegangen: Die ICS forderte die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO auf, für den gesamten Sektor "dramatische CO2-Reduktionsziele" zu verabschieden. Die IMO, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, steht international in der Kritik, weil sie sich bislang kaum um Klimaschutz gekümmert hat.

BildDie von der ICS angestrebte Reduktion um 50 Prozent pro Tonnenkilometer lässt sich auch erreichen, indem die Schiffe immer größer werden (Foto: Martin Abegglen/​Flickr)

Schätzungen zufolge verursacht die internationale Schifffahrt derzeit zwischen zwei und drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Seit 2009 hat sich ihr CO2-Ausstoß dabei verdoppelt, je nach Entwicklung des Welthandels könnte er bis 2050 um bis zum Zweieinhalbfachen des heutigen Standes steigen. Nach den jüngsten verfügbaren Angaben aus dem Umweltbundesamt lagen die weltweiten CO2-Emissionen im Schiffsverkehr im Jahr 2012 bei rund 940 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die jährlichen Treibhausgas-Emissionen Deutschlands liegen zurzeit bei 906 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.

Angesichts der Entwicklung hat die Handelsschifffahrtsorganisation drei Forderungen aufgestellt, damit auch der Schifffahrtssektor dazu beiträgt, das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Zum einen schlägt die ICS vor, dass die globalen Emissionen des Sektors dauerhaft unter dem Niveau von 2008 bleiben sollen. Das entspräche 921 Millionen Tonnen CO2. Desweiteren soll für die gesamte Schifffahrt ein verbindliches, prozentuales Reduktionsziel für 2050 im Vergleich zum Basisjahr 2008 verankert werden. Als dritte Maßnahme verlangt die ICS ein verbindliches Emissionsminderungsziel von 50 Prozent pro Tonnenkilometer.

"Es ist sehr wichtig, dass die IMO ein klares und eindeutiges Signal an die internationale Gemeinschaft sendet, dass sich die Schifffahrtsaufsichtsgremien auf ehrgeizige Ziele mit konkreten Zahlen und Daten für die Minderung von CO2-Emissionen verständigt haben", sagte ICS-Chef Esben Poulsson in Istanbul. Seine Organisation wolle sich deshalb dafür einsetzen, dass die IMO diese Ziele in ihre für 2018 vorgesehene Strategie zur Treibhausgasminderung aufnimmt. Die langfristige Zukunft dieser Industrie, wie auch der übrigen Weltwirtschaft, könne nur eine ohne fossile Treibstoffe sein, so Poulsson.

klimaretter.info/red

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