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Offshore-Siegern Spekulation vorgeworfen

Starke Zweifel an der Seriosität der Ergebnisse der ersten Offshore-Aussschreibung, bei der laut Berichten drei der vier Gewinner-Projekte mit einer EEG-Förderung von null Cent auskommen wollen, hat der Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Hermann Albers geäußert. Wie aus einer klimaretter.info vorliegenden Erklärung hervorgeht, vermutet Albers sogar, dass die beiden Siegerfirmen der Auktion – EnBW mit einem und Dong Energy mit drei Projekten – vor allem aufgrund ihrer staatlichen Miteigentümer "hoch spekulativ" agieren konnten. Das wäre beispielsweise mittelständischen Unternehmen nicht möglich, betont Albers.

BildBei der ersten Offshore-Ausschreibung hat sich vor allem der dänische Konzern Dong mit zwei Null- und einem Sechs-Cent-Angebot für die Förderung pro Kilowattstunde durchgesetzt. (Foto: Dong Energy)

Für den BWE-Chef zeigen die am vergangenen Freitag bekannt gewordenen Ergebnisse aber vor allem, dass das "verlässliche Instrument des EEG" gegen ein "hoch spekulatives Instrument" getauscht wurde. So diente das Erneuerbare-Energien-Gesetz bislang dazu, eine Projektfinanzierung abzusichern. Dabei habe die Vergütung auf realen Kosten vergangener Projekte basiert, so Albers. Dagegen hätten die Offshore-Bieter einen deutlich höheren Börsenstrompreis unterstellt und eine massive Kostendegression in der Anlagentechnologie vorausgesetzt. Der Verbandschef will laut der Erklärung nicht einmal ausschließen, dass Erlöse aus dem Stromvertrieb der Bieter anteilig "in die Kalkulation eingeflossen" sind.

In der Mitteilung weist Albers darauf hin, dass bis zur Realisierung der Projekte noch fünf bis acht Jahre vergehen werden. Die Bieter nähmen offenbar an, dass in dieser Zeit die von ihnen kalkulierten Kostendegressionen durch den deutschen Maschinen- und Anlagenbau erbracht werden. Das sei "mindestens genauso mutig, wie Anlagen der Zehn-Megawatt-Klasse zur Kalkulationsgrundlage zu machen", so der BWE-Präsident.

Albers fordert die Bundesregierung auf, bei den Ausschreibungen nachzusteuern und Leitplanken für einen "fairen Wettbewerb" einzuziehen, wie sie in anderen Bereichen üblich seien. Im Vergaberecht hätten inzwischen alle Bundesländer verankert, dass nicht das "billigste, sondern das wirtschaftlichste Gebot einen Zuschlag erhält".

klimaretter.info/jst

[Erklärung]  
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