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Entlassungswelle bei Senvion

Der Windradhersteller Senvion will 780 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Dabei konnte das Unternehmen seinen Umsatz in vergangenen Jahr sogar steigern und immerhin sein Jahresminus von 106 Millionen Euro 2015 auf 65 Millionen Euro senken. Geschäftsführer Jürgen Geißinger zufolge sind die Entlassungen "unvermeidlich". Das Unternehmen begründet das mit einem "schwierigen Marktumfeld" wegen zunehmendem Preisdruck und einer "Verschiebung der Absatzmärkte in Richtung der Wachstumsregionen Südamerika und Asien".

BildDer Windpark Alpha Ventus in der Nordsee: Teile der Offshore-Kapazitäten lieferte Senvion. (Foto: Alpha Ventus)

International beschäftigt Senvion fast 5.000 Mitarbeiter – in Deutschland zurzeit an sechs Standorten. Die Hauptverwaltung des börsennotierten Unternehmens, das bis Anfang 2014 Repower Systems hieß, befindet sich in Hamburg. Im niedersächsischen Osnabrück und dem schleswig-holsteinischen Osterrönfeld werden die Windräder konstruiert. Gebaut werden sie in Trampe bei Berlin, in der nordfriesischen Kreisstadt Husum und in Bremerhaven.

Einige Standorte sollen offenbar komplett geschlossen werden, und zwar in der Produktion. Das bedeutet, dass die Streichungen ohnehin strukturschwache Regionen treffen. Für Gewerkschafter ist das unverständlich. "Stellenstreichungen und Standortschließungen sind das völlig falsche Signal in einer Zeit, in der weltweit innovative Energietechnik auf dem Vormarsch ist", schrieb Uwe Polkaehn, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds Nord, in einem Solidaritätsbrief an die Werksmitarbeiter. Insgesamt stehe Senvion wirtschaftlich noch gut da. "Zur sozialen Marktwirtschaft gehört auch die Verantwortung der Kapitalseite für die Beschäftigten", so der Gewerkschafter.

klimaretter.info/scz

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