Tesla wettet mit Australien

Der kanadisch-US-amerikanische Technologie-Visionär Elon Musk, vor allem bekannt als Chef des Elektroautobauers Tesla, will Australiens Problem mit Stromausfällen in 100 Tagen lösen – und hat dazu einen aufsehenerregenden Plan vorgelegt.

BildElon Musk ist vor allem für die schicken E-Sportwagen seiner Firma Tesla bekannt – und neuerdings auch für seinen Beraterjob bei US-Präsident Donald Trump. (Foto: Maurizio Pesce/​Wikimedia Commons)

Es begann mit einem Angebot des Tesla-Mitgründers und Chefs der Tesla-Tochter Solarcity Lyndon Rive, innerhalb besagter 100 Tage ein Batteriespeichersystem in der Größenordnung von 100 bis 300 Megawattstunden in Australien zu installieren. Als daraufhin der australische Milliardär Mike Cannon-Brookes auf dem Social-Media-Portal Twitter nachfragte, ob das ernst gemeint sei, schaltete sich Musk ein und versprach, Australien das Projekt zu schenken, sollte Tesla die Frist nicht einhalten können.

Die Regionalregierung von Südaustralien setzte sich nur ein paar Tage später in Bewegung. Premier Jay Weatherill traf sich mit Musk und hat nun im Rahmen eines neuen Energiepakets tatsächlich eine Speicheranlage für mindestens 100 Megawattstunden ausgeschrieben. Ob der Zuschlag an Solarcity geht, ist aber noch nicht klar. Energieexperten in Australien streiten sich noch darüber, ob die 100-Tages-Frist realistisch ist.

Der Sozialdemokrat Weatherill will so auf die Stromausfälle der vergangenen Wochen reagieren, die besonders seinen Bundesstaat betreffen. Wegen einer Hitzewelle im derzeitigen australischen Sommer sind im ganzen Land die Klimaanlagen so stark hochgefahren, dass die landesweite Stromversorgung große Probleme bekommt. Schon gab es Stromausfälle mit 90.000 betroffenen Haushalten in Südaustralien, Industriebetriebe mussten ihre Produktion reduzieren.

Die konservativ-liberale Bundesregierung will allerdings ihre kohlefreundliche Strategie weiterfahren. Sie kritisierte Südaustralien wegen dessen vergleichsweise starkem Ausbau erneuerbarer Energien. Diese würden das Stromsystem instabil machen, stattdessen solle die Regionalregierung wieder mehr Kohle einsetzen.

klimaretter.info/scz

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