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Braunkohlestaubiger Asphalt

Etwa eine Million Tonnen CO2-Emissionen entsteht in der Bundesrepublik jedes Jahr allein durch den Betrieb von Asphaltmischanlagen im Straßenbau. Die Klimaschädlichkeit dieser Technik hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zeigt.

BildObwohl die Asphalterzeugung seit 2010 auf derzeit 38 Millionen Tonnen weiter zurückging, sorgt der steigende Braunkohleeinsatz für weiterhin hohe Emissionen. (Grafik: Asphaltverband)

Wurden 2004 etwa 220 dieser Anlagen mit Braunkohlenstaub befeuert, waren es im Jahre 2006 bereits 310. Gegenwärtig werden 90 Prozent der rund 700 laufenden Asphaltmischanlagen hierzulande mit dem Kohleprodukt betrieben, berichtet die Bundesregierung und beruft sich dabei auf Angaben des Deutschen Asphaltverbandes.

Bei dem Brennstoff-Anteil von 90 Prozent Braunkohle, weiteren fünf Prozent Erdgas beziehungsweise Butan sowie fünf Prozent Heizöl zum Betrieb der Anlagen werden pro Tonne hergestelltem Asphalt im Schnitt 27 Kilogramm CO2 ausgestoßen, gibt die Regierung an. Bei einer für das laufende Jahr angenommenen Produktion von 38 Millionen Tonnen Asphalt ergeben sich 1,026 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Bei einer Umstellung auf Erdgas und Heizöl könnten diese um gut ein Drittel gesenkt werden, betont die Bundesregierung, verweist aber auf die Zuständigkeit der Länder bei der Genehmigung.

Die Antwort legt auch offen, dass der Einsatz des Braunkohlenstaubs in den letzte Jahren enorm angestiegen ist. So erhöhte sich der gesamte Absatz innerhalb der vergangenen zehn Jahre von knapp 3,6 Millionen Tonnen auf mehr als 4,8 Millionen Tonnen, dabei stieg in dem Zeitraum der Export von rund 400.000 Tonnen auf nahezu eine Million Tonnen um mehr als das Doppelte.

Die rund 700 Asphaltmischanlagen in Deutschland verschmutzten die Umwelt etwa "so stark wie drei Kohlekraftwerke, müssen aber bei Errichtung nur ein vereinfachtes Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz durchlaufen – ohne Öffentlichkeitsbeteiligung", kritisierte Eva Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Linksfraktion, die jetzige Praxis. Die zunehmende Verfeuerung von Braunkohlenstaub ist für sie ein klimapolitischer Skandal, "der in der größeren Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt ist". Dass die Bundesregierung hier beim Klimaschutz auf die Länder verweist, findet Bulling-Schröter "nicht akzeptabel".

klimaretter.info/jst

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