Schwerpunkte

G20 | Trump | Effizienz

Shell legt Klimaplan vor

Der Mineralölkonzern Shell hat aufgrund des Drucks seiner Aktionäre erstmals einen Bericht dazu vorgelegt, was aus seiner Sicht zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels nötig wäre. Zuvor hatte der Ölriese stets argumentiert, die weltweit steigende Nachfrage nach Energie sichere das eigene Geschäftsmodell – trotz der politischen Übereinkunft zum Klimaschutz. Nun zitiert Shell wissenschaftliche Studien und spricht vom weltweiten Höhepunkt der CO2-Emissionen im Jahr 2020 und der Treibhausgasneutralität bis 2050.

BildShell-Tankstelle: Die Ölförderung will der Ölriese künftig weniger energieintensiv machen. (Foto: Blademaster88/Wikimedia Commons)

Diese Treibhausgasneutralität soll, geht es nach Shell, durch "Null-Emissionen-Technologien" erreicht werden. So nennt das Unternehmen Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS), die – auch in Kombination mit Biomasse-Anbau – der Atmosphäre CO2 wieder entziehen sollen. Außerdem schließt Shell sich Forderungen nach einem weltweiten CO2-Preis an.

Im Dunkeln lässt der Konzern, wie er sich den Energiemix der Zukunft denn nun genau vorstellt. Zwar soll ein Teil des Stroms aus "emissionsfreien" Energiequellen stammen – wozu Shell auch die Atomkraft zählt –, allerdings könne das nicht den ganzen Energiebedarf befriedigen.

Auch nimmt Shell keine Stellung dazu, wie sich zunehmender Klimaschutz auf den eigenen Unternehmenswert auswirkt. Man wolle die Energieintensität der Ölförderung mindern, habe aber keine unmittelbaren Pläne, bei einem Anlagehorizont von zehn bis 20 Jahren zu einem auf Klimaneutralität ausgerichteten Anlageportfolio zu wechseln. "Wir wissen, dass der langfristige Erfolg unseres Geschäfts davon abhängt, dass wir die in Zukunft benötigten Energieformen auf wettbewerbsfähige sowie umweltkonforme Weise einsetzen", sagte Shell-Chef Ben van Beurden.

klimaretter.info/scz

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen