Peabody ist insolvent

Der größte US-Kohleförderer Peabody Energy ist pleite: Der Konzern habe für einen Großteil seines US-Geschäfts Konkurs angemeldet, teilte Unternehmenschef Glenn Kellow am Mittwoch in St. Louis mit. Der Betrieb in den Büros und Tagebauen soll während des Insolvenzverfahrens weiterlaufen. "Der Prozess wird uns helfen, die Liquidität zu erhöhen und die Schulden zu senken", sagte Kellow. Er sieht seinen Konzern "auf dem richtigen Weg" zu einem "erfolgreichen globalen Anführer von morgen".

BildDie Peabody-Bagger sollen nach dem Willen des Konzerns auch während des Insolvenzverfahrens nicht stillstehen. (Foto: Peabody Energy/Wikimedia Commons)

Im März hatte Peabody katastrophale Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgestellt. Dabei hatte der Kohlekonzern die Möglichkeit eines Insolvenzvefahrens angekündigt. Ganz überraschend kommt der Schritt also nicht, zumal Konkurrenten wie Alpha Natural Resources und Arch Coal ihn längst gegangen sind.

Der Preis für Kohle ist in den vergangenen Jahren dramatisch abgestürzt: Während er kurz vor der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 noch bei 200 Dollar pro Tonne lag, bekam Peabody vergangenes Jahr in den USA von den Kraftwerksbetreibern nicht einmal mehr 20 Dollar für die Tonne. Trotzdem sank die Nachfrage nach Kohle deutlich. Das liegt unter anderem an der Klimapolitik von US-Präsident Barack Obama und am Druck durch die Anti-Kohle-Kampagne "Beyond Coal" ("Jenseits der Kohle") der größten US-Umweltorganisation Sierra Club.

Nach Ansicht des britischen Thinktanks Carbon Tracker sollten sich die Klimaschützer aber nicht zu früh freuen. Der eigentliche Grund für die Misere der Kohlebranche liege woanders: Gas ist in den USA dank der klimaschädlichen Fracking-Technologie mittlerweile billiger als Kohle und verdrängt diese vom Markt.

klimaretter.info/scz

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