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Dea wird russisch

Für rund fünf Milliarden Euro darf eine russische Investorengruppe, hinter der der Oligarch Michail Fridman steht, nunmehr die RWE-Tochter Dea übernehmen, berichten verschiedene Medien am heutigen Freitag. In der Dea hat RWE seine Öl- und Gasaktivitäten gebündelt. 2013 förderte das Hamburger Unternehmen 2,6 Milliarden Kubikmeter Gas und 2,3 Millionen Kubikmeter Öl. Der Dea-Umsatz erreichte 2,1 Milliarden Euro.

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Auch offshore fördert Dea Öl: seit 1987 in Deutschlands förderstärkstem Ölfeld Mittelplate im Wattenmeer. (Foto: Herbert Ohge)

RWE hatte Mitte März den geplanten Verkauf von Dea an die Letter One-Gruppe mit Sitz in Luxemburg bekannt gegeben. Daraufhin kündigte das Bundeswirtschaftsministerium eine Prüfung an, ob der Besitzerwechsel "strategische Interessen Deutschlands" verletzen würde. Diese Prüfung ist nach den außenwirtschaftlichen Gesetzen möglich.

Nun hat eine Sprecherin des Ministeriums mitgeteilt, man habe das Geschäft "intensiv geprüft und keine Einwände erhoben". Den Ausschlag habe gegeben, dass der Käufer seinen Firmensitz in der EU habe. Auch sei eine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit in Deutschland nicht zu erwarten. Letztere Bewertung hatte die Bundesregierung bereits Mitte April in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Dea-Geschäft abgegeben. Außerdem, so das Wirtschaftsministerium, werde das von Dea im Inland geförderte Gas ausschließlich in der Bunderepublik vermarktet.

Der Verkauf, der dem klammen RWE-Konzern zu frischem Geld verhilft, war vor allem wegen der Ukraine-Krise und den EU-Sanktionen gegen Russland in Frage gestellt worden. Auf einen Hinweis, ob nicht ein Widerspruch zwischen den Sanktionen und der Freigabe der Transaktion bestehe, äußerte sich Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag vor Journalisten nicht.

klimaretter.info/jst

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