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Weltbank fordert Green Economy

Den Klimawandel zu bekämpfen lässt auch die Weltwirtschaft wachsen. Das ergibt eine neue Studie der Weltbank, in der denkbare Strategien im Verkehrssektor, in der Industrie und bei der Energieeffizienz in Fallstudien simuliert werden. Das Ergebnis: Eine klimafreundliche Wirtschaft könnte das globale Bruttoinlandsprodukt bis 2030 jährlich um 2,6 Billionen US-Dollar steigern. "Wir glauben: Es ist möglich, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Arbeitsplätze sowie Wirtschaftswachstum zu schaffen, Gesundheits- und Energiekosten zu senken", sagte Weltbank-Chef Jim Yong Kim.

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Den Klimawandel zu bekämpfen, lasse auch die Weltwirtschaft wachsen, ergibt eine neue Studie der Weltbank. Im Bild: Die Zentrale der Organisation in der US-Hauptstadt Washington. (Foto: Shiny Things/Wikimedia Commons)

Ein Beispiel aus dem Bericht: Würde Indien 1.000 Kilometer Schnellbus-Fahrspuren in 20 Städten bauen, würden über 20 Jahre mehr als 27.000 Leben gerettet werden – es gäbe nämlich weniger Verletzungen durch Unfälle sowie Krankheitsfälle durch Luftverschmutzung. Etwa 128.000 langfristige Arbeitsplätze würden geschaffen. Das Bruttoinlandsprodukt würde steigen – und die Emissionen nähmen ab.

Der Green-Economy-Ansatz ist nicht ohne Kritik. Das "grüne Wachstum" verspreche eine große Win-win-Situation, bei der es keine Verlierer gebe, sagte etwa Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 2012 vor dem Weltgipfel Rio+20. Die fossile Industrie müsse aber verlieren, wenn man den Klimaschutz ernst nähme. Das werde in der öffentlichen Debatte über die Green Economy nicht berücksichtigt. "Wir müssen anfangen, der Green Economy etwas entgegenzusetzen", so der Wissenschaftler. Das Paradigma der Green Economy habe sogar das Potenzial, die Erfolge der vergangenen zehn Jahre etwa beim Klimaschutz wieder zunichte zu machen. 

klimaretter.info/scz

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