Prokon: Insolvenzverfahren eröffnet

Jeder dritte Mitarbeiter des Windkraft-Finanzierers Prokon verliert durch dessen Insolvenz seinen Arbeitsplatz. Insgesamt betrifft das 150 Stellen, gab Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Freitagmittag in Hamburg bekannt. Die Kernbereiche des Unternehmens – vor allem Betrieb und Planung von Windparks, aber auch der Stromhandel – seien damit noch gesichert. Penzlin erklärte auch, welche Aussichten die Anleger haben: 30 bis 60 Prozent ihres eingesetzten Kapitals werden sie wohl zurückbekommen, genauer lasse sich das noch nicht bestimmen. Das Insolvenzverfahren läuft offiziell seit dem gestrigen Donnerstag.

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Wie es mit Prokon und der Branche insgesamt weitergeht? Die Antwort kennt vermutlich nur der Wind. (Foto: Prokonart/Wikimedia Commons)

Nachdem das Itzehoer Unternehmen im Januar Insolvenz beim dortigen Amtsgericht angemeldet hatte, wurde Prokons Zahlungsfähigkeit erst einmal überprüft. Das Ergebnis: Das Unternehmen sei zahlungsunfähig und überschuldet, teilte das Gericht mit. Anleger fordern 368 Millionen Euro zurück, liquide hat Prokon aber nur noch 19 Millionen Euro. Nicht einmal das gesamte Vermögen des Unternehmens würde reichen, um das Kapital der Anleger komplett zurückzuzahlen.

Die Prokon Regenerative Energien GmbH, die sich hauptsächlich über Genussrechte finanzierte, hatte im Dezember vergangenen Jahres Verluste von insgesamt fast 200 Millionen Euro eingestehen müssen. Etwa 75.000 Anleger mit einem Finanzvolumen von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro sind nun von der Insolvenz betroffen. Die Prokon-Praxis war in Misskredit geraten: Experten zufolge sind Genussrechte ohne zusätzliche Kontrolle eine "besonders riskante" Anlageform, mit einem Totalverlust muss gerechnet werden. Insgesamt verfügt Prokon über mehr als 300 Windenergieanlagen sowie eine Biomasse-Sparte.

klimaretter.info/scz

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