Panorama: Betrug bei Windwärts

Der insolvente Windenergie-Projektierer Windwärts aus Hannover hat im Jahr 2013 offenbar mit geschönten Zahlen um Anleger geworben. Das geht aus Dokumenten hervor, die dem Magazin Panorama des Norddeutschen Rundfunks vorliegen. In seinem Anfang 2013 veröffentlichten Werbeprospekt für Windkraftprojekte versprach Windwärts für seine Genussrechte Zinsen von bis zu 7,25 Prozent. Als Sicherheit verwies das Unternehmen darauf, dass es aus dem Vorjahr einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro erwarte. Zu diesem Zeitpunkt habe aber unternehmensintern bereits mehrere Wochen festgestanden, dass der Gewinn nur halb so hoch ausfallen werde.

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Wie Prokon finanzierte sich auch Windwärts Windräder über die Geldanlagen von Privatpersonen. (Foto: Johanna Treblin)

Windwärts hatte im Februar kurz nach dem Unternehmen Prokon aus Schleswig-Holstein Insolvenz anmelden müssen. Beide Firmen hatten über Genussrechte Windprojekte durch Privatpersonen finanziert; insgesamt hatten 1.600 Anleger bei Windwärts in Genussrechte investiert. Aus der mittlerweile vorliegenden Bilanz geht hervor, dass Windwärts im Jahr 2012 lediglich einen Gewinn von 160.000 Euro erwirtschaftete – nur ein Zehntel der im Werbeprospekt prognostizierten Summe. Bis Mai 2013 vertrauten etwa 570 Anleger auf die Prospekt-Angaben und kauften Genussrechte im Wert von insgesamt sechs Millionen Euro bei Windwärts.

Nach Informationen von Panorama wiederholte sich das im Jahr 2013: Konkret ging Windwärts demnach intern von einem Gewinn von rund 850.000 Euro aus. Dennoch veröffentlichte das Unternehmen Anfang 2013 in seinem Werbeprospekt die deutlich höhere Gewinnerwartung von bis zu 1,6 Millionen Euro. Eine Korrektur oder ein Nachtrag zum Prospekt blieb aus. Der Insolvenzverwalter von Windwärts erklärte, er werde den Hinweisen nachgehen.

klimaretter.info/red

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