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Windbauer Fuhrländer ist pleite

Am Freitag um 11 Uhr war es so weit: Insolvenzverwalter Thomas Schmidt teilte dem Rest der Belegschaft das Ende der Firma Fuhrländer mit. Nachdem die Übernahme durch einen iranischen Investor gescheitert war, gehen bei dem insolventen Windanlagenbauer im Westerwald die Lichter aus. Die übrig gebliebenen 100 Mitarbeiter sind freigestellt, der Rest der Firma wird aufgelöst und liquidiert. Ein Investorenkonsortium unter der Federführung der iranischen Mapna Group hatte Mitte Februar noch einen Vorvertrag unterzeichnet. Doch der sei nicht belastbar gewesen, hieß es.


Das ist nun Geschichte: Windräder der Marke Fuhrländer werden nicht mehr aufgestellt. (Foto: Wikimedia Commons)

Windkraft-Pionier Joachim Fuhrländer hatte in den 1980er Jahren den metallverarbeitenden Betrieb von seinem Vater übernommen und auf den Bau von Windrädern ausgerichtet. Anfang der 90er Jahre baute Fuhrländer seine erste Windturbine, 1997 stieg die Fuhrländer AG in die Megawatt-Klasse ein. Mit mehr als 200 Metern Höhe baute Fuhrländer 2006 in Brandenburg das damals höchste Windkraftwerk der Welt. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise war aber die Nachfrage stark zurückgegangen: 2012 verkaufte der Firmeninhaber an einen ukrainischen Investor.

Hoffnung gibt es jetzt nur noch für rund 40 Beschäftigte, die in einer Wartungs- und Service-Einheit aufgefangen werden. Joachim Fuhrländer – religiös, traditionsbewusst, heimatverbunden – beliebte auf seine Windräder schreiben zu lassen: "Bewahre die Schöpfung". Nach der ersten Gläubigerversammlung Anfang Februar 2013 waren bereits wegen Zahlungsschwierigkeiten 148 Mitarbeiter freigestellt worden.

klimaretter.info/reni

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