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RWE zweifelt weiter an Offshore-Windkraft

Der Chef des Energiekonzerns RWE, Peter Terium, hat erneut Zweifel am Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland geäußert. Der Ausbau könne ins Stocken geraten, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gewährleistet sei, sagte Terium am Dienstag vor Wirtschaftsjournalisten in Hamburg. Die Risiken seien erheblich – möglicherweise könnten die geplanten Windparks vor der deutschen Küste auch gar nicht wirtschaftlich betrieben werden. Wenn sich herausstelle, dass etwa Investitionen in britische Windparks rentabler seien als in Deutschland, könnten die Mittel für letztere nicht mehr ausreichen, warnte Terium. Das Ausbauziel der Bundesregierung von zehn Gigawatt installierter Offshore-Leistung bis 2020 sei ohnehin nicht mehr erreichbar.


Offshore-Windräder vor der deutschen Nordseeküste – nicht von RWE und schon am Netz. (Foto: Udo Paschedag/BMU)

Wie das Handelsblatt berichtet, baut RWE zurzeit den Windpark "Nordsee Ost" nördlich von Helgoland, zögert aber nach wie vor mit der Investitionsentscheidung für "Innogy Nordsee 1" vor der Insel Juist. Der Konzern steht mit dieser Zurückhaltung nicht allein, auch andere Versorger schieben ihre Offshore-Projekte vor sich her. Bereits bei seinem Amtsantritt Mitte vergangenen Jahres hatte Terium für die RWE-Windparks in der Nordsee einen wirtschaftlichen Ausgleich von der Bundesregierung verlangt. 

Anders als im europäischen Ausland klagen potenzielle Offshore-Investoren in Deutschland seit Längerem über unzureichende Rahmenbedingungen. Weder bei der Netzanbindung noch für die Vergütungen gebe es Sicherheit, bemängeln die Konzerne. Bei Kosten von mindestens einer Milliarde Euro für einen Offshore-Windpark sieht auch RWE im Ausland zurzeit bessere Bedingungen. Andererseits haben Häfen, Werften und Zulieferer in den norddeutschen Bundesländern bereits fest auf den Ausbau der Offshore-Windkraft gesetzt. Diese fürchten nun einen Rückschlag für die Wirtschaft an der Küste.

In der Energiewende haben sich die großen Energieunternehmen bisher als sehr schwerfällig erwiesen – offenbar rächt sich ihr langes Festhalten an Kohle und Atomkraft. Angesichts der äußerst schleppenden Entwicklung beim Offshore-Ausbau ist die Bundesregierung den Stromkonzernen bereits mehrmals entgegengekommen, zuletzt bei den Haftungsregeln, die zu Lasten der Endkunden verändert wurden. 

klimaretter.info/mb


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