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Profit durch Zertifikatehandel

Die Umweltschutzorganisationen BUND und Sandbag Climate Campain haben erneut untersucht, welche Industrieunternehmen in Deutschland vom Handel mit CO2-Zertifikaten besonders profitieren. In ihrem am Dienstag in Berlin vorgestellten Bericht "Der Klimagoldesel 2013" werfen sie der Industrie vor, die Kostenbelastungen durch den EU-Emissionshandel zu übertreiben. Deutschland überlasse seinen Industriebetrieben 85 Millionen Zertifikate mehr, als sie zur Abdeckung ihrer Emissionen überhaupt brauchten. In den zehn Unternehmen mit den meisten Überschüssen – darunter ArcelorMittal, Salzgitter AG, BASF und ThyssenKrupp – sei die Zahl angehäufter Klimagas-Zertifikate drastisch gestiegen. "Allein die zehn größten Profiteure des CO2-Zertifikatehandels konnten auf diese Weise bislang Zusatzgewinne von 1,2 Milliarden Euro einstreichen", sagte die BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend. Seit der letzten Untersuchung im November 2011 seien die Überschüsse noch mal um 38 Prozent angewachsen.


Emissionshandel nutzt der Industrie statt dem Klima, sagen Umweltschützer. (Foto: Christoph Busse/EEX)

Bisher sei der Emissionshandel als zentrales Instrument des europäischen Klimaschutzes nicht in der Lage, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, kritisierte die Verbände. Das System bringe klimafreundlichen Unternehmen keinen Wettbewerbsvorteil und setze keine klaren Investitionsreize für Klimaschutz. Ebenso wenig liefere der Zertifikatehandel den Regierungen die erwarteten Einnahmen, heißt es in dem Bericht. BUND-Expertin Löffelsend forderte eine Verteuerung und Verknappung von CO2-Zertifikaten. Neue Zertifikate sollten in der gegenwärtigen Handelsperiode zumindest vorübergehend nicht mehr ausgegeben werden. Die Bundesregierung müsse den entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission unterstützen. 

"Die von uns untersuchten zehn Unternehmen haben von 2008 bis 2011 ein Drittel mehr CO2-Zertifikate erhalten, als sie Kohlendioxid emittierten", sagte Damien Morris, Klimaexperte bei "Sandbag". Diese Überschüsse seien allein zwischen 2010 und 2011 um rund 40 Prozent gestiegen. "Das heißt, energieintensive Industrieunternehmen konnten erkleckliche Zusatzprofite einstreichen", so Morris. "Sie können ihre überschüssigen Zertifikate verkaufen oder gegen preiswerte internationale CO2-Gutschriften eintauschen." Die Fakten widerlegten die Klagen der Industrie, der Emissionshandel würde ihnen zu hohe Kosten aufbürden, sagte der Klimaexperte. Es sei "höchste Zeit, den CO2-Zertifikatehandel von einem 'Goldesel' für die Industrie zu einem wirksamen Instrument für mehr Klimaschutz zu machen".

klimaretter.info/hd

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