Dreckige Energie auf dem Vormarsch
Die ukrainische Regierung hat einen Vertrag mit dem Energiekonzern Shell zur Förderung von Schiefergas im Osten des Landes unterschrieben. Ein weiterer Fracking-Deal in der Westukraine scheiterte dagegen am regionalen Widerstand. Die Ukraine werde mit der Entwicklung des Jusiwska-Gasfeldes durch Shell jährlich acht bis elf Milliarden Kubikmeter Erdgas zusätzlich erhalten, freute sich Ministerpräsident Mykola Asarow laut dem Portal EurActiv.de. Umweltminister Oleh Proskurjakow betonte, dass die Förderung der ukrainischen Gasreserven "die Energieunabhängigkeit der Ukraine stärken" und die Gasimporte aus Russland deutlich senken werde.

Ein großes und sehr schmutziges Geschäft: die Förderung von Schiefergas und -öl durch Fracking. In den USA befeuert die umstrittene Methode einen Öl- und Gasrausch. (Foto: Energy Watch Group)
Dagegen scheiterte ein weiterer Fracking-Deal mit dem US-Energierkonzern Chevron in der Westukraine am Veto der Regionalparlamente in Lwiw (Lemberg) und Iwano-Frankiwsk. Ministerpräsident Asarow bedauerte die Ablehnung und sprach davon, dass im Westen der Ukraine "die Dinge langsam voran" gingen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Geschäft womöglich am Preis gescheitert ist und nicht an Umweltbedenken gegen die äußerst umstrittene Fracking-Methode. In der Ukraine gibt es nach Schätzungen der US Energy Information Administration (EIA) insgesamt mehr als 1,2 Billionen Kubikmeter Schiefergas.
Derweil wurde in Australien ein riesiges Schieferöl-Vorkommen entdeckt, mit dem das Land den eigenen Bedarf decken könnte. Noch sei allerdings unklar, ob die Förderung wirtschaftlich ist, berichtet das Handelsblatt. Der australische Ölkonzern Linc Energy teilte mit, im Arckaringa-Becken im Süden des Landes lagerten zwei unabhängigen Gutachten zufolge an drei Stätten insgesamt bis zu 233 Milliarden Barrel Schieferöl. Das Vorkommen sei "Weltklasse", so der Konzern, man suche bereits nach einem erfahrenen Partner, um das Vorkommen auszubeuten. Der Bergbauminister des Bundesstaates South Australia, Tom Koutsantonis, sagte, die Menge im Arckaringa-Becken könne Australien zum Selbstversorger machen. Noch sei aber völlig unklar, ob es auch wirtschaftlich sinnvoll sei, das Vorkommen auszubeuten, warnte Koutsantonis.
klimaretter.info/dec
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