Preisverfall treibt Altmaier an
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat sich für eine baldige Reform des EU-Emissionshandels ausgesprochen. "Wir brauchen eine vernünftige Reform des Zertifikate-Handels noch in diesem Frühjahr", sagte Altmaier am Freitag bei einem Unternehmensbesuch im sauerländischen Arnsberg laut DPA. Der EU-Emissionshandel liege am Boden, weil in der Vergangenheit zu großzügig kostenfreie Zertifikate zugeteilt worden seien, meinte der Umweltminister. "Es gibt ein enormes Überangebot an Zertifikaten, die Preise sind im freien Fall und es gibt kaum Anreize zur CO2-Einsparung." Altmaier stellte sich hinter den Vorschlag der EU-Kommission, Zertifikate vom Markt zu nehmen. Sein Kabinettskollege, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), ist dagegen.

Unter dem Preisabsturz werden auch Klimaschutzprojekte auf der ganzen Welt leiden, die durch den Emissionshandel finanziert werden. (Foto: Schulze von Glaßer)
Unterstützung bekam Altmaier vom CDU-Europaabgeordneten Peter Liese. "Das gefährdet auch die Energiewende", kommentierte Liese den weiteren Absturz der Zertikate am Donnerstag dieser Woche. Auch Liese plädierte für eine rasche Reform, da aus den Einnahmen des Emissionshandels Projekte der Energiewende sowie internationale Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden. Diesen Programmen droht nun eine Kappung, wenn der Handel nicht reformiert wird. Zugleich rentiert sich wegen des Preiseinbruchs jetzt wieder die Stromproduktion in klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Bei der Einführung sei man davon ausgegangen, dass die Verschmutzungsrechte pro Tonne CO2 rund 30 Euro kosten würden, sagte Liese. Mittlerweile sind die Preise auf unter drei Euro gefallen. "Wir bräuchten zumindest zehn Euro", betonte Liese.
klimaretter.info/dec
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